Reisen nach Rügen planen wir
grundsätzlich mit einer Zwischenübernachtung. In diesem Jahr sehen wir auf der Hinreise eine Zwischenübernachtung in Berlin vor. Wir nehmen einen Umweg von mehr
als 100 km in Kauf, um in der James-Simon-Galerie der Berliner Museumsinsel die Ausstellung Gebaute Gemeinschaft – Göbeklitepe, Taş Tepeler und das Leben vor 12.000 Jahren zu
besuchen. Über den Besuch der Ausstellung berichtet ein Post vom 10.05.2026.
Die Rückreise bewältigen wir in 2 Etappen mit Zwischenübernachtung im Seehotel Zarrentin in Zarrentin am Schaalsee an der Landesgrenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Wegen der ehemaligen innerdeutschen Grenze konnte sich in der Region
eine besondere Naturlandschaft entwickeln. Die
Region ist seit dem Jahr 2000 als Biosphärenreservat Schaalsee geschützt.
Montag, 25. Mai, 2. Etappe der Rückreise
In Zarrentin brechen wir um 8:15 Uhr auf und teffen bei sommerlichem Wetter und entspannter Verkehrslage um 14:45 Uhr zu Hause ein. Für Mai nächsten Jahres ist ein erneuter Aufenthalt in Groß Zicker auf der Rügener Halbinsel Mönchgut bereits reserviert. Das Seehotel Zarrentin werden wir wahrscheinlich wieder für einen Zwischenstopp buchen. Pauls
Hofküche ist jedoch in dieser Verfassung für uns keine relevante Option. Beim nächsten Aufenthalt werden wir voraussichtlich dem Restaurant Fischhaus eine Chance geben.
Sonntag, 24. Mai, 1. Etappe der Rückreise
Licht im Seehotel Zarrentin, Schatten in Pauls Hofküche - Fotoserie
Mit
der Unterbringung im Hotel sind wir sehr zufrieden. Für Lage,
Zimmerausstattung, Atmosphäre des Hauses, Freundlichkeit der Mitarbeiter,
Frühstück und Preis-Leistungs-Verhältnis vergeben wir Bestnoten. Zum Dinner haben wir in Pauls Hofküche reserviert, die laut Internetauftritt alle Gäste bekocht, die raffinierte Küche mit ausgewählten Zutaten der Saison besonders zu schätzen wissen. Wir fühlen uns angesprochen, aber werden enttäuscht.
Restaurants Pauls Hofküche, Seehotel Zarrentin
Links: Carpaccio vom Rind mit grünem Pesto, Salatgarnitur und geriebenem Deichkäse
Mitte: Maishähnchen Suprême mit grünem Spargel, Kirschtomaten, Estragonjus und Kartoffelstampf
Rechts: Gegrilltes Wildschweinsteak (250g) aus dem zarten Rücken mit geschmortem Wirsing und würzigem Pilzpüree, dazu Bratkartoffeln
Der Auftritt des Restaurants stimmt positiv ein. Die Speisekarte ist überschaubar, was wir als Vorteil werten. Preise liegen im Rahmen von Restaurants dieser Kategorie. Überschaubar ist auch die kleine Weinkarte, was durchaus nachvollziehbar ist. Weintrinker sind in östlichen Bundesländern eher Ausnahmen. Hier trinkt man Bier. Mit der Weinkarte können wir uns arrangieren. Während Weinpreise in Ordnung sind, werten wir Bierpreise als forsch. Für 0,3 l Duckstein Weizen werden 5,10 € aufgerufen. 0,5 l kosten 7,50 €. 0,5 l Erdinger Weizen alkoholfrei wird mit 5,90 € berechnet. Bei REWE kosten die Flasche 0,75 €.
Der positive erste Eindruck kippt bald in Richtung bemüht, aber nicht gekonnt.
- Eingedeckt sind Brotteller mit kleinem Messer. Brot und Aufstrich werden nicht serviert. Auf Nachfrage erhalten wir sehr kleine, trockene Stücke Brot ohne Aufstrich.
- Die Frau würde die Maispoularde gerne als halbe oder kleine Portion bestellen, aber diese Option ist nicht vorgesehen und wird abgelehnt. Ansonsten sind Maispoularde und Spargel nicht zu beanstanden, motivieren aber keine Wiederholung.
- Die Salatgarnitur zum Carpaccio ist mit Honigsenf angerichtet, der die Aromatik des Gerichts unerfreulich dominiert. Feine Spähne von geriebenem Deichkäse sind zu optisch erkennen, aber nicht zu schmecken.
- Das Wildschweinsteak ist mit 250 g angekündigt. Serviert wird ein deutlich schwerer Trümmer. Das ist kein Grund zur Klage, aber zu beanstanden sind die trocken-zähe Konsistenz und ein nicht einmal entfernt angedeuteter Wildgeschmack. Hier wäre weniger in besserer Qualität mehr. Die Bratkartoffeln sind o.k.. Der Wirsing auf Pilzpüree ist geschmacklich akzeptabel, aber in der servierten matschigen Konsistenz fehlt ihm Textur.
- Beide Hauptgerichte sind mit der gleichen dickflüssigen dunklen Soße angerichtet, was bei der Unterschiedlichkeit von Geflügel und Wild irritiert. Die Zusammensetzung der Sauce vermögen wir nicht zu enträtseln. Vielleicht handelt es sich um das in der Karte zur Maispoularde beschriebene Estragonjus. Estragon schmecken wir nicht. Überhaupt beeindruckt die Sauce durch nahezu vollständige Geschmacks- und Aromenfreiheit. Da sie mit keiner Tellerkomponenten interagiert, passt sie vermeintlich zu allem.
- Der Espresso zum Abschluss hat eine schöne Crema, aber geschmacklich ist er blass und verzichtbar.
Bewertungen auf dem Reservierungsportal Open Table irritieren. Unter 54 Bewertungen gibt es nur eine mit einem Stern und jeweils drei mit zwei oder drei Sternen. 47 Bewertungen vergeben 4 oder 5 Sterne. Per Saldo wird das Restaurant mit 4,8 von 5 Sternen ausgewiesen. Wie kann man das verstehen? Wir verstehen das nicht.
Ankunft in Zarrentin am Schaalsee - Fotoserie
Zarrentin erreichen wir um 14:30 Uhr und haben Zeit für eine Kurzbesichtigung des
sehenswerten Klosterkomplexes am Schaalsee. Das 1248 gegründete und 1553 aufgelöste ehemalige Zisterzienserkloster Zarrentin liegt unmittelbar am Schaalsee. Das restaurierte
Kloster ist in der Gegenwart ein Kulturzentrum.
Unser gebuchtes Seehotel Zarrentin (4*S) liegt vis-à-vis des Klosters. Das 2023 eröffnete Hotel gehört zur Eugen Block Holding, die in den Bereichen Systemgastronomie, Hotellerie und Lebensmittelproduktion tätig ist. Bekannt sind die Steakhaus-Kette Block House und das Hotel Grand Elysée Hamburg. Zum Hotelkomplex gehören das Hotel Fischhaus (3*) in direkter Seelage sowie die Restaurants Fischhaus und Pauls Hofküche. Nur am Rande erwähnt sei das aufgrund von Medienberichten bekannte Strafverfahren gegen die Gründertochter Christina Block und
weitere Personen wegen eines Sorgerechtstreits, in dem Entziehung Minderjähriger, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und schwere Misshandlung
Schutzbefohlener verhandelt wird.
Nach Bezug des Hotelzimmers beschäftigt sich der Mann mit der Barbeitung von Fotos. Die Frau nutzt die am Zimmer angrenzende kleine Terrasse und schließt die Lektüre des düsteren Romans Die Aussiedlung des ungarischen Autors András Visky ab.
Visky beschreibt Schicksale seiner Familie in der rumänischen Diktatur unter Nicolae Ceaușescu und seiner Frau Elena. Die tief religiöse Familie lehnte politische Ideologie und Personenkult der Ceaușescus ab. Das Regime reagierte mit Verhaftung. Der Vater wurde zu 22 Jahren Zuchthaus veruteilt und gefoltert, aber nicht gebrochen. Das Zuchthaus durfte er vor Ablauf von 22 Jahren verlassen. Mutter und Kinder mussten 6 Jahre in einem Gulag unter menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit leisten und gerieten an Rändern zwischen Leben und Tod. Halt gab ihnen die Bibel als einziges verbliebenes Buch.
Nach Sturz des Ceaușescu-Regimes kam die Familie frei. Der Vater kehrte zur Familie zurück, aber er war ein anderer Mensch. Nach Straflager und Haft war die Familie orientierungslos und hilflos. Rehabilitierung oder unterstützende Hilfen gab es nicht. Was sie aus ihrem wiedergewonnen Leben machen können, war der Familie völlig rätselhaft.
Das Buch vermittelt starke Eindrücke des bedrückenden Klimas repressiver Unmenschlichkeit, das entsteht, wenn politische Dogmatik gegen nicht anpassungsbereite Menschen vermeintlich Terror rechtfertigt. Zum Ende hin franst das Buch aus. Visky arbeitet vor allem seine eigene Biografie auf. Wer in dem sperrig zu lesendem Buch bis zum Ende durchgehalten hat, möchte das Schicksal von Mutter, Vater, Geschwistern erfahren, wird aber enttäuscht.
Besuch Rostock - Fotoserie
Da die Etappe relativ kurz ist, besteht Gelegenheit zu Besichtigungen in Rostock. Unser Hauptinteresse gilt dem Kulturhistorischen Museum Rostock dessen Räumlichkeiten sich im restaurierten ehemaligen Zisterzienserkloster zum Heiligen Kreuz befinden (freier Eintritt, Fotoerlaubnis 2 €). In der verwinkelten Architektur können mehrere Sammlungen und zeitweilig kostenpflichtige Sonderausstellungen besichtigt werden. Wir konzentrieren uns auf flämische Malerie, Gemälde des 20. Jahrhunderts und sakrale Kunst. Sammlungen beschreiben der Internetauftritt des Museums und Wikipedia im Überblick: Kulturhistorisches Museum Rostock.
An den Museumsbesuch schließen wir einen kurzer Rundgang in der Altstadt an. Die Stadtgeschichte ist bis zu einer slawischen Siedlung des 8. Jahrhunderts nachvollziehbar. Ab dem 13. Jahrhundert zählte Rostock zum Städtebund der Hanse und entwickelte sich zu einem bedeutenden Handelsplatz an der Ostsee. Die Gründung der ältesten Universität Nordeuropas im Jahr 1419 belegt Rostocks Bedeutung. Ab 1531 war Rostock ein Zentrum der Reformation. Bedeutung und Reichtum der Stadt machen zahlreiche repäsentative historische Gebäude und das Stadtbild sichtbar. Den Rundgang möchten wir in der in Backsteingotik errichteten Kirche St. Marien abschließen. Eine besondere Sehenswürdigkeit der Kirche ist die 11 m hohe astronomische Uhr aus dem Jahr 1379 hinter dem Chorumgang des Hauptaltars. Die Uhr ist im annähernd originalem Zustand erhalten und funktioniert noch immer. Für die Besichtigung der Kirche müssten wir 4 € Eintritt pP entrichten. Wir verzichten auf den Besuch, weil wir weiterreisen müssen und die Kirche vor einigen Jahren ausführlich besichtigt haben.
Abreise aus Groß Zicker
Beim Aufbruch am Pfingstsonntag gegen 8:00 Uhr verabschieden uns die Vermieter und Frau
S. herzlich mit Umarmung und vielen guten Wünschen. Um böse Geister zu vertreiben, hat Frau S. gemäß traditionellem Brauchtum Birkenzweige im und am Ferienhaus
angebracht. Solche Birkenzweige motivieren an Volksbrauchtum interessierte Soziologen zu Recherchen. Generell ordnen und strukturieren Bräuche
soziales Leben. Sie dienen der Stiftung von Sinn, Identität,
Zusammenhalt sowie dem Schutz vor vermeintlichen Bedrohungen einer feindlichen Geisterwelt. Volksbräuche stammen häufig
aus vorchristlicher Zeit und wurden mit der Christianisierung durch
religiöse
Ausdeutungen überformt. Volksbräuche des Pfingstbaumpflanzens oder des Aufstellens von Maibäumen sind im Übergang zwischen kalter und warmer Jahreszeit in Mittel- und
Nordeuropa in regional variierender Vielfalt verbreitet und zählen zu Frühlings- und Maibräuchen.
Frisch geschlagene junge Birkenzweige mit zarten Austrieben verweisen
als Fruchtbarkeitssymbolik auf einsetzendes Pflanzenleben sowie auf
erwachendes Liebesleben unverheirateter Jugendlicher.
Soziologisch handelt es sich bei Bräuchen um ritualisierte gemeinschaftliche Handlungen, die symbolische mit zweckgerichteten instrumentell-pragmatischen Funktionen kombinieren und zur Bewältigung von Komplexität der Welt verhelfen (Wikipedia: Ritual). "Rituale erzeugen das Soziale; sie schaffen Ordnungen und ermöglichen Identifikation. Rituale schaffen Übergänge und erzeugen Erinnerungen; sie haben eine magische Komponente und eignen sich zur Differenzbearbeitung; sie fördern mimetische Lernprozesse und mit ihrer Hilfe die Entwicklung praktischen Wissens und tragen wesentlich zur Entwicklung sozial kompetenter Individuen bei." (Wikipedia: Christoph Wulf)
Reklamation digitaler Dienste des Autos durch VW-Service technisch gelöst!
Über den gesamten Zeitraum des Aufenthalts haben uns gebuchte und bezahlte, aber nicht verfügbare digitale Dienste des Multi Media Interface (MMI) unseres Autos und die Kommunikation mit VW-Service beschäftigt. Beim Start des Autos am Morgen ändert sich das Bild wie durch Zauber. Das MMI fordert die Anmeldung des während der Störung zuvor nicht mehr vorhanden Hauptbenutzers. Nach der Anmeldung sind die reklamierten fehlenden digitalen Dienste wieder verfügbar. Offensichtlich war der VW-Service nach der letzten Kommunikation vom 22.05.2026 erfolgreich aktiv. Kommunikativ ist der Austausch aus unserer Sicht noch nicht beendet. Nachrichten mit Stellungnahmen zu Fragen und Anforderungen der Aufklärung und der Entschädigung warten auf Beantwortung.
Samstag, 23. Mai, letzter Aufenthaltstag
Der Tag beginnt mit Traumwetter und frischen Brötchen aus dem Dörpladen. Im Dörpladen drehen sich Gepräche um Lokalpolitik und Unmut der Bevölkerung über Ignoranz des Bürgerwillens in der Kommunalpolitik. Teile der Bevölkerung sind für den Erhalt traditioneller Strukturen und wehren sich gegen größere geplante kommunale Bauprojekte. Um Bügerinteressen nachdrücklich zu vetreten, wurde 2020 die Bürgerinitiative Lebenswertes Mönchgut (BILM) gegründet. Basisdemokratische Initiativen der Ablehnung von Bauprojekten konnten ihren Anliegen keine Geltung verschaffen. Daher wurde die BILM 2024 zur Wählergemeinschaft WGLM umgewandelt, die bei Kommunalwahlen mit eigenen Kandidaten antritt und sich für den Erhalt von Lebensqualität für nachhaltigen Tourismus auf Mönchgut
einsetzt (Wahlprogramm). Die WGLM unterstützt umweltverträglichen sanften Tourismus durch Familienbetriebe und den Ausbau von Wander- und Radwegen. Den Bau von Ferienwohnanlagen, Ferienparks und ähnlichen
Großprojekten lehnt sie ab. Diese Ausrichtung findet sicherlich keine ungeteilte Zustimmung. Immerhin erreichte die WGLM bei der Kommunalwahl 2024 auf Anhieb 35,6 % der Stimmen und stellt seitdem 4 von 10 Abgeordnete in der Gemeindevertretung Ostseebad Mönchgut, was absehbare Konflikte eher verschärfen dürfte.
Die WGLM ist nicht zu verwechseln mit der schon länger bestehenden Wählergemeinschaft Mönchgut (WG), die mit 60,7 % Stimmanteil seit der letzten Kommunalwahl die stärkste Kraft bildet. Ein dokumentiertes Programm ist nicht zu finden. Beide Wählergemeinschaften verfolgen ähnliche Ziele. Die WGLM scheint eine Abspaltung der WG mit ökologischem Fokus zu sein. In der Kommunalpolitik scheinen Konfikte zwischen WGLM vs. WG zu bestehen. Beide Bewegungen besagen nichts über Bedeutung der AfD in der Gemeinde Mönchgut. Bei der Kommunalwahl 2024 hat die AfD vermutlich nicht kandidiert. Bei der Bundestagswahl 2025 lag die AfD mit 40,2 % Zweitstimmen und 43,6 % Erstsstimmen deutlich vorne. In Lancken-Granitz erzielte die AfD sogar 46,4 %. Im Wahlkreis Vorpommern - Rügen - Greifswald erzielte die AfD 37,3 % Erststimmen und 35,5 % Zweitstimmen.
Tagesaktivitäten
- Am Vormittag gehen wir unsere Schlussrunde auf den Zicker Bergen und verabschieden uns mit Wehmut bis zum nächsten Jahr (Fotoserie). Auch heute beobachten wir wieder Seeadler (linkes Foto mittlere Reihe, linkes Foto untere Reihe), die mit dem Smartphone nur andeutungsweise zu erfassen sind. Kurz vor der Rückkehr erstehen wir bei der Fischräucherei Dumrath ein Matjesbrötchen für unser Picknick im Garten.
- Bei der Lesestunde im Garten schließt der Mann Norbert Freis Monographie Konrad Adenauer. Kanzler nach der Katastrophe ab und hat viel gelernt über Gestaltung von Politik im Allgemeinen sowie über deutsche Politik der eigenen Kinder- und Jugendzeit im Besonderen. Nicht zuletzt nimmt ohnehin hohe eigene Wertschätzung des Historikers Norbert Frei noch deutlich zu.
- Unvermeidbar sind Vorbereitungen für unsere morgige Abreise mit Zwischenübernachtung am Schaalsee.
- Das Dinner könnten wir heute im Garten einnehmen, aber das ist uns zu umständlich. Zum Dinner essen wir den gestern zubereiteten Spargelsalat sowie leicht in der Pfanne angerösteten grünen und weißen Spargel und dazu Räucherfisch von Dumrath. Für ein Käsedessert reicht die Kapazität nicht mehr.
- Gemütlicher Ausklang mit Musik, Wein, Lesen, Posten
Freitag, 22. Mai
Wünschen hat wieder nicht geholfen. Erst heute nähert sich das Wetter zögerlich einer stabilen Schönwetterlage, die wir uns seit der Ankunft wünschen. Heute und morgen bleiben wir im Revier der Zicker Berge.
Tagesaktivitäten
- Nach dem Frühstück scheitert die Umsetzung der vom VW-Service gelieferten kleinschrittigen Anleitung der Problembehebung, die vermutlich vom 1st Level Support kommt:Bitte führen Sie die folgenden Schritte sorgfältig durch:Unklar ist, weshalb der Privatsphäre-Modus auf maximale Privatsphäre eingestellt ist. Der Modus kann zwar geändert werden, aber er wird nicht gespeichert. Nach Ausschalten und erneutem Einschalten der Zündung besteht der Zustand wie vor der Änderung, d.h. die Aktion ist erfolglos. Mit Feedback per E-Mail an den VW-Service geht es in die nächste Runde. Hoffentlich wird jetzt der 2nd oder 3rd Level Support eingeschaltet. Reaktionen dauern dann länger, aber Aussagen werden qualifizierter.
• Zündung EIN schalten (alle Türen geschlossen halten).
• Warten, bis das Privatsphäre-Symbol im Infotainmentsystem erscheint.
• Datenschutzmodus „Standort teilen“ per Pull-Down auswählen.
• 30 Sekunden warten.
• Zündung AUS schalten, Schlüssel abziehen (sofern kein KESSY-Fahrzeug) und die Fahrertür öffnen.
• Fahrertür wieder schließen.
• Zündung erneut EIN schalten.
• Warten, bis das Privatsphäre-Symbol im Infotainmentsystem erscheint.
• Privatsphäre-Modus „Standort teilen“ erneut per Pull-Down auswählen.
• Warten, bis der Globus weiß wird (dies kann bis zu 4 Minuten dauern).
Bitte stellen Sie sicher, dass der Globus tatsächlich weiß geworden ist. Sollte der Vorgang nicht erfolgreich sein, bitten wir Sie, die Schritte erneut durchzuführen. - Spaziergang mit Gipfelglück am Bakenberg (69 m) zur Fischräucherei Dumrath (1:15 Std.) mit Einkauf Matjesbrötchen und Räucherfisch (Fotoserie).
- Nachmittag ist Lesezeit
- Die Frau liest noch immer ohne Begeisterung den düsteren Roman Die Aussiedlung des ungarischen Autors András Visky. Die Lektüre beschreibt persönliche menschliche Schicksale unter der rumänischen Diktatur von Nicolae Ceaușescu und seiner Frau Elena. Ceaușescu verband stalinistischen Terror mit maoistischem Personenkult. In der rumänischen Revolution von 1989 wurde das Regime gestürzt und Ceaușescu und seine Frau Elena durch Erschießung hingerichtet. Mehr als bemerkenswert ist, dass 66,2 % der Rumänen Ceaușescu als guten Führer bezeichnen und nur 24,1 % eine negative Meinung vertreten (Wikipedia, Nicolae Ceaușescu). Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.
- Der Mann greift Norbert Freis exzellente und äußerst lehrreiche Monographie Konrad Adenauer. Kanzler nach der Katastrophe wieder auf, um die letzten Kapitel zu lesen.
- Dinner des Tages
Cava brut, Spargelsalat, Ragù alla bolognese (Eigenprodukt), Bratkartoffeln, Käseteller mit Oliven, Häppchen Bäcker-Junge-Kuchen
Donnerstag, 21. Mai
Das Wetter bleibt weiter wechselhaft, so dass Vorhersagen unzuverlässig sind. Prognosen ändern sich täglich, aber das Wetter hält sich nicht an Prognosen. Der Tag soll laut Prognose schon am morgen sonnig beginnen, tatsächlich schauen wir zu einer geschlossenen Wolkendecke. Immerhin steigt die Temperatur in Richtung 20 Grad. Wir gehen davon aus, dass das Wetter zumindest trocken bleibt und planen als Programm eine Wanderung am Göhrener Nordperd (Fotoserie). Vor dem Aufbruch sind von VW diktierte Hausaufgaben zu erledigen. Nach der Wanderung stehen Einkäufe für das Küchenprogramm an.
Tagesaktivitäten
- Am Morgen versenden wir nach Recherchen die von VW angeforderten Daten an den Service. Gegen Mittag geht eine Antwort mit einer detaillierten Anleitung zur Vorgehensweise ein. Positiv ist anzumerken, dass der Service zeitnah reagiert. Die detaillierte Anleitung lässt vermuten, dass es sich um ein bekanntes Problem handelt. Ursachen vermuten wir auf Seite VW. Wenn das so wäre, hätten wir wegen Nichterfüllung des Vertrags ein Recht auf Entschädigung oder mindestens auf Verlängerung der Vertragslaufzeit. Fehlende Informationen über Ursachen verstärken den Verdacht. Weitere Aktionen vertagen wir auf morgen.
- Unser Spaziergang am Nordperd startet in Göhren von der Kirchstraße, an der kostenlose Parkplätze zur Verfügung stehen, was im Zentrum von Göhren ungewöhnlich ist. Gehbeschwerden und die unsichere Wetterlage motivieren zu einer kleinen Runde. Nach der Rast am Picknickplatz oberhalb der Steilküste begleitet uns Regen auf dem Rückweg zum Parkplatz. (1:30 Std.)
- Nach dem Einkauf bei Aldi gelingt die Ausgabe des Euros an der Verriegelung des Einkaufwagens nicht. Die Reklamation bei einer Mitarbeiterin zeigt, dass das Problem bekannt ist, was die Mitarbeiterin bestätigt. Sie löst das Problem mithilfe einer bereitliegenden Zange. Warum ist keine elegantere Lösung möglich?
- Dinner des Tages
Cava brut, Caprese, Ragù alla bolognese (eigenes Produkt) mit Bratkartoffeln, Käseteller mit Oliven, Eckchen vom Bäcker-Junge-Kuchen
Mittwoch, 20. Mai
Heute schwächelt das Wetter. Dunkle Wolken kündigen Regen an, der voraussichtlich erst gegen Abend eintrifft. Ab morgen wird es sonniger und wärmer. Am Wochenende soll sogar die Schwelle von 20 Grad überschritten werden. Für Köln sind 10 Grad mehr angekündigt.
Tagesaktivitäten
- Die Frau unternimmt einen Spaziergang auf dem Boddendeich und zum Bakenberg. Auf der Dorfstraße entdeckt sie unseren Vermieter bei Dacharbeiten und fotografiert ihn mit dessen Einverständnis.
- Die Einladung der Vermieter ist nicht gekippt. Wir starten etwas früher als zunächst vorgesehen um 17:30 Uhr.
- Kapitel 3 des Bericht zum Ausstellungsbesuch in Berlin (Post vom 10.05.2026) hat inhaltliche Korrekturen und Ergänzungen erfahren.
- Die manchmal etwas unwirsch agierende Verkäuferin im Dörpladen hat heute gepunktet. Einem ihr offenbar als AfD-Anhänger bekannten Kunden hat sie erklärt, dass
sie kein Freund der AfD sei. Die AfD könne nur gut reden und dem Volk
nach dem Mund reden, aber sie glaube nicht, dass die AfD Politik besser
könne.
Die AfD ist in MV als politische Kraft eine offensiv auftretende Realität. Bei der Bundestagswahl 2025 hat die AfD alle Wahlkreise gewonnen. Laut aktueller Umfrage zur Landtagswahl 2026 wird die AfD zum derzeitigen Stand mit einem Anteil von 36 % stärkste Partei und sich gegenüber 2021 um 19,3 % steigern (Dawum: Mecklenburg-Vorpommern). 36 % sind noch nicht das letzte Wort. Wahrscheinlich wird der Anteil eher größer als kleiner. - VW hat reagiert und fordert weitere Informationen an, die ich morgen weiterleiten werde.
- Der Mann erholt sich mit geistiger Aktivität beim Lesen des Buchs Was ist Leben von Paul Nurse. Der Eintrag vom 18. Mai erwähnt die soziale Herkunft des Wissenschaftlers aus der Unterschicht. Das blieb trotz brillantem Kopf nicht ohne Folgen. In Kapitel 4 (Leben als Chemie) des Buchs berichtet Paul Nurse, dass er nach Abschluss der Schule das Studium von Biologie nicht aufnehmen konnte, weil der Nachweis eine Fremdsprache zu erbringen war und er sechsmal durch die Fremdsprachenprüfung fiel. Notgedrungen arbeitete er zunächst als Techniker im Labor einer Brauerei und genoss dort Freiheiten der Forschung. Ein Professor der Universität Birmingham wurde auf Pauls Talent aufmerksam und verschaffte ihm ein Studium der Biologie ohne Fremdsprachennachweis. (Was ist Leben?,S. 78f.). Hier zeigt sich wieder einmal, dass oft Zufälle entscheidende Weichen des Lebens stellen. Ohne eher zufällige Bekanntschaft eines Professors wären eine Reihe bahnbrechender Forschungen und Erkenntnisse nicht zustande gekommen und hätten einige weitere Forschungen und Erkenntnisse nicht anregen können.
- Inzwischen hat der Mann die 5 Hauptkapitel des Besuchs gelesen und längst nicht alles verstanden, aber ist fasziniert von der Fülle des Wissens, der für Laien zugänglichen Darstellung und der Art der Vermittlung komplexer Zusammenhänge. Ein zentraler Aspekt des Buchs ist Komplexität.
- Für Alltagsdenken gibt es keine Komplexität, sondern nur Wissen und Unwissen. Wissen vermag vermeintlich gesunder Menschenverstand vermeintlich plausibel oder sicher zu erklären. Eigene Überzeugung ersetzt Beweise. Prototyp ist Hans-Dieter Hüschs Niederrheiner: weiß nichts, kann aber alles erklären.
- Anspruch von Wissenschaft ist bescheidener. Wissenschaft erklärt empirische Phänomene gemäß Stand des Wissens modellhaft und fasst repoduzierbare Erklärungen komplexer Zusammenhänge als Wahrscheinlickeit auf, die Ausnahmen zulässt und widerlegbar sind. Für das Fachgebiet Biologie beschreibt Paul Nurse den langen und schwierigen Weg vom Erkennen über Beschreiben zum Verstehen von Komplexität.
- Zu vielen erkannten und beschriebenen Fragestellungen komplexer Kontexte steht das Verständnis von Komplexität noch am Anfang, aber dank Wissenschaft wächst es. Hier wird Fortschritt von Erkenntnis sichtbar. Thomas S. Kuhn würde von Fortschritt innerhalb eines als per Konsens als gültig anerkannten Paradigmas (wissenschaftliches Weltbild) sprechen. In Randbereichen kosmoligischer Makrowelt- und Mikrorwelt und in der Quantenwelt macht Fortschritt von Erkenntnis bewusst, dass nicht sicheres Wissen, sondern Erkenntnis von Unwissen zunimmt. In diesen Bereichen beschreibt Wissen keine wie auch immer gestaltete Realität über Zustände und Prozesse der Welt, sondern modellhafte Überzeugungen. Diese verknüpfen kulturspezifisches Vorwissen mit Annahmen bzw. Vermutungen über physikalische Realität. Im Unterschied zu Meinungen und Behauptungen des Alltagsdenkens müssen wissenschaftliche Aussagen gemäß methodischer Standards überprüfbar und reproduzierbar sein.
- Physikalische und soziale Realität umfassen unterschiedliche Welten. Auch in sozialer Realität besagt Erkenntnisfortschritt nicht, dass sich die Menschheit auf einem Fortschrittspfad in Richtung Perfektion befände. Vermeintliche Erkenntnisse und Fortschritte erweisen sich aufgrund unvollständiger Informationen, fehlerhafter Deutungen, Irrtümer, Lügen, kultureller Verzerrungen etc. immer wieder als Fehlschlüsse. Egoistische Interessen gibt es auch unter Wissenschaftlern und gar nicht selten. Manchmal geht es gut und manchmal daneben. Oft resultieren vermeintliche Fortschritte aus Zufällen, die von unbeabsichtigten Konsequenzen nicht als Irrtümer entlarvt sind. Die bunt schillernde Vielfalt von Fortschrittsvorstellung verdeutlich der Eintrag Fortschritt in Wikipedia.
- Paul Nurse hat keine Scheu vor persönlichen Wertungen, positive und negative. Gefallen hat mir eine Anmerkung zu Politikern: "Offenbar sollten wir Wissenschaftler Vorsicht im Umgang mit Politikern walten lassen. Politiker - besonders solche mit populistischen Tendenzen - haben die unglückselige Neigung, "Experten" zu ignorieren, besonders, wenn deren Urteil ihren wenig fundierten Meinungen widersprechen." (Was ist Leben?, S. 80)
- Die Einladung zum Dinner im "Zum Kaming" ist nett und beginnt nett auf der Terrasse. Bald müssen wir nach innen umziehen, weil es mit Regenschauern gewitterte. Zum Essen sitzen wir am Tisch zunächst zu viert. An der Atmosphäre des Restaurants ist nichts auszusetzen und Fischgerichte sind gut, aber das Tischgespräch läuft zäh. Wie so oft zeigt sich auch hier, dass Menschen gerne von sich und ihren Erlebnissen berichten, aber um zuzuhören und Interesse zu entwickeln oder zumindest zu zeigen, fehlt Empathie an Fremderleben. Unsere Themenvorschläge finden keine Resonanz. Ähnliches erleben wir auch in Heimatumgebungen. Vermutlich verstärken Verständigungsprobleme zwischen Ost und West Kommunikationsstörungen. In den letzten 30 Minuten rückt eine Gruppe Einheimischer mit 6 Personen nach. Jetzt wird es munter. Gespräche auf Augenhöhe finden teilweise auf Platt statt, von dem wir wenig verstehen. Nach 1:45 Std. ist das Event abgefeiert.
Dienstag, 19. Mai
Die Wetterprognose stellt für den Rest der Woche wechselhaftes Wetter in Aussicht. Wir planen von Tag zu Tag. Die Aussichten für einen Spaziergang in den Zicker Bergen und Aufenthalt im Garten sind brauchbar.
Tagesaktivitäten
- Spaziergang Zicker Berge mit Taun Hövt
Unsere Wanderung mit 2:00 Std. Gehzeit (Fotoserie) führt über den mittleren Abschnitt der Zicker Berge zum Taun Hövt. Gleich um die Ecke des Ferienhauses treffen wir auf die vermutlich 110 Jahre alte, als Naturdenkmal geschützte, wahrscheinlich älteste Stechpalme (Ilex aquifolium) Deutschlands, die immer wieder zu einem Stopp und zu Fotos motiviert. Auf dem Wanderweg sprechen uns zwei männliche Einzelwanderer unseres Alters an. Beide sind von mit Worten kaum zu beschreibenden emotionalen Eindrücken dieser Landschaft tief beeindruckt. Wir sind uns einig.
Nach 1:40 Std. treffen wir am eben erst (11:30 Uhr) geöffneten Taun Hövt ein. Die aus der Eifel stammenden neuen Inhaber haben dem Restaurant neues Leben eingehaucht. Im Vorjahr beschränkte sich das Angebot auf ein Tagescafé. Seit diesem Jahr endet der Restaurantbetrieb erst 20:30 Uhr (Küchenbestellung bis 19:00 Uhr) und bietet eine Reihe warmer Gerichte (Speisekarte). Der Service agiert flott und nimmt Bestellungen 5 Minuten nach dem Eintreffen auf. Nach 10 Minuten wird bereits serviert. Allerdings ist der Betrieb um diese Zeit überschaubar. Die Qualität der servierten Speisen und ihre Anrichtung sind zu loben. Preise sind angemessen. 4,20 € für 0,3 Bitburger sind jedoch eher forsch. Der Chef serviert das Bier humorig als Eifeler Champagner. Als Champagner ist der Preis natürlich günstig.
Wir nehmen uns bei nächster Gelegenheit einen Restaurantbesuch zum Dinner vor. Das ist wahrscheinlich erst beim Aufenthalt im nächsten Jahr zu realisieren. - Einladung der Vermieter
Die Einladung der Vermieter steht auf der Kippe. Das vorgesehene Restaurant Zur Kaming und andere Restaurants sind ausgebucht oder an geplanten Tagen geschlossen. Vermutlich zieht das bevorstehende Pfingstwochenende zahlreiche Gäste an. - Reklamation VW
VW hat sich zur Reklamation vom Vortag noch nicht gemeldet und lediglich eine automatisch erstellte Nachricht mit Vorgangsnummer geschickt. Die Reklamation ist offensichtlich angekommen und registriert. Wann und wie sie bearbeitet wird, bleibt abzuwarten. - Lektüre
Die Frau liest den Roman Die Aussiedlung des ungarischen Autors András Visky weiterhin ohne Begeisterung.
Der Mann stagniert aufgrund anderer Aktivitäten bezüglich des Buchs Was ist Leben von Paul Nurse auf dem Stand von gestern. - Wir beginnen inzwischen die Planung unserer Rückkehr. Das verlängerte Pfingstwochende erfordert Aufmerksamkeit.
- Dinner des Tages
Antipasto misto italiano, Bratkartoffeln mit Spiegelei, Käseteller mit Oliven, Eckchen des gestern gekauften Kuchens
Montag, 18. Mai
Das Wetter hält sich am Morgen nicht an Prognosen von gesterm. Der Himmel ist bewölkt. Am Nachmittag ist sogar etwas Regen möglich. Uns macht das Wetter keinen Strich durch die Rechnung, weil der Körper nach Wanderaktivitäten der vergangenen Tage Regenerationsbedarf reklamiert. Gegen Mittag wird das Wetter freundlich. Heute halten wir uns zum ersten Mal länger im Garten des Fereinhauses auf. Neben einem Mittagsimbiss vertiefen wir uns in unsere Reiselektüre.
- Die Frau hat den Roman Die Aussiedlung des ungarischen Autors András Visky begonnen. Auf das Buch sind wir aufgrund euphorischer Besprechungen in Zeitungsmedien aufmerksam geworden. Die SZ schrieb am 24.12.2025: "Dieser Roman wird die Weltliteratur noch lange zieren". Wie beim aktuellen ungarischen Literatur-Nobelpreisträger László Krasznahorkai ziehen sich in András Visky Roman Sätze ohne Abschluss durch Punkt über viele Seiten hin. Der Redakteur der SZ versteht dieses Stilmittel als Ausdruck des Sakralen, das sich im Schwanken zwischen Sprechen und Schweigen zeige und dessen Metaphysik des Ewigen keine Interpunktion unterbrechen dürfe (SZ, 8. Mai 2026: Kein Punkt in Sicht). Mmh, einleuchtend ist das nicht. Ob solche Anmerkungen den Zugang zu dieser Literatur erleichtern, zeichnet sich noch nicht ab. Bei der Frau hat der Funke noch nicht gezündet.
- Der Mann liest Was ist Leben von Paul Nurse (siehe Eintrag 12. Mai) und ist nach 3 von 5 Kapiteln nicht weniger beeindruckt und begeistert als die Frau. Paul Nurse gelingt es, eine hoch komplexe Thematik für Laien verständlich, unterhaltsam und völlig uneitel zu vermitteln. Zwischen wissenschaftlichen Themen streut er sporadisch Anekdoten und biografische Anmerkungen ein. Vor seinem sozialem Hintergrund ist die vom Nobelpreis gekrönte wissenschaftliche Karriere bemerkenswert und rätselhaft. Leser erfahren, dass Paul Nurse in der Unterschicht aufgewachsen ist. Sein Vater war Arbeiter, die Mutter Putzfrau. Als junger Erwachsener erfährt er, dass seine baptistisch geprägten vermeintlichen Eltern seine Großeltern sind und die vermeintlich ältere Schwester seine Mutter ist, die ihn im Alter von 17 Jahren unehelich geboren hat. Der leibliche Vater bleibt ihm unbekannt. Unter seinen Geschwistern ist er der einzige mit höherem Schulabschluss und Studium. Als Jugendlicher hatte er eine Karriere als Theologe im Kopf. Dem fundamentalistischen Baptisten-Pastor vertraute Paul Anmerkungen zu Widersprüchen zwischen biblischem Schöpfungsprozess vs. wissenschaftlicher Erkenntnis an und schlug vor, den biblischen Schöpfungsprozess als mythologísche Erzählung für wissenschaftlich ungebildete Menschen aufzufassen. Der Pastor lehnte Pauls Gedanken ab und bestand darauf, dass Bibeltexte als wörtlich Aussagen zu verstehen seien. Der Pastor trug zu Pauls Mutation zum kritischen Agnostiker bei. Der Hintergrund ähnlicher eigener biografischer Erfahrungen erzeugt zusätzliche Sympathie für den Autor und das Buch.
Tagesaktivitäten
- Einkäufe in Göhren bei Bäcker Junge und REWE
- Manchmal, aber eher selten, kommen sogar große Projekte zu einem erfogreichen Abschluss. Nach Bearbeitungszeit von mehr als einem Jahr mit zahlreichen Unterbrechungen feiern wir heute zum Dinner die Überarbeitung von 5.024 Fotos in ca. 130 Fotoalben und 122 Posts des Blogs Terra Australis der 3-monatigen Australienreise 2014/2015 mit Cava. Um das Ziel zu erreichen, musste Perfektionsanspruch Pragmatik weichen. Das Material erlaubt keine Perfektion.
- Bei der Fahrt nach Rügen ist aufgefallen, dass wir über das Navigationssystem des Autos neuerdings keine Echtzeit-Staumeldungen erhalten. Diese zählen wie das Online-Kartenupdate zu kostenpflichtigen Services, die nach Ablauf der ersten 3 Betriebsjahre (15.02.2026) vereinbart werden müssen. Das haben wir bereits im November 2025 für 2 weitere Betriebsjahre getan und immerhin 186 € gezahlt. VW hat die Verlängerung bestätigt, aber anscheinend nicht aktiviert. Wir haben uns per E-Mail an der Service gewendet und warten nun auf Rückmeldungen.
- Organisation des Geschenks zu Karins 70. Geburtstag
- Dinner des Tages
Caprese, Bauernfrühstück, Käseteller mit Oliven - Einladung der Vermieter für Mittwoch in den Gasthof Zur Kaming "zum Schwätzchen"
Sonntag, 17. Mai
Heute und voraussichtlich auch morgen ist das Wetter erfreulich, 10-12 Stunden Sonne und bis zu 16 Grad sowie kein Regen. Wir gehen die Moritzdorf-Seedorf-Runde, die zu unserem Standardrepertoire zählt. Die Runde ist nicht markiert. Da wir sie schon oft gegangen sind, halten wir uns für orientierungssicher. Auf Apps verzichten wir möglichst aus prinzipiellen Gründen. Wanderapps wie Komoot vertrauen wir ohnehin nicht, da Komoot unser Vertrauen aufgrund fehlerhafter Routenführungen mehrmals verspielt hat.
Die Runde startet am kostenlosen Parkplatz beim 1841 von Fürst Malte von Putbus gegründeten beschaulichen Fischerort Moritzdorf, dessen ca. 80 Einwohner in reetgedeckten historischen Fischer- und Schifferhäusern leben. Die gepflegten Häuser werden vor allem als Ferienunterkünfte vermietet. Das im Wikipedia-Eintrag Moritzdorf beschriebene Hotel am Ende des Ortes hat die Covid-19-Epidemie nicht überlebt und ist seit 2021 geschlossen. Dagegen hat das Ausflugslokal Moritzburg auf dem Hügel oberhalb von Moritzdorf seit 2 Jahren wieder den Betrieb aufgenommen dank eines aus Ungarn stammenden engagierten Gastronomenpaars. Die Einkehr ist eine Option auf dem Rückweg gegen Ende der Runde.
Der Wanderweg führt markierungslos zunächst entlang des Schilfswalds an der Baaber Bek durch Feuchtgebiet, das teilweise auf Bohlenwegen durchquert wird. Anschließend steigt der Weg im Naturschutzgebiet profiliert durch Mischwald des angrenzenden Hügels. Auf dem Abschnitt durch Mischwald verengt sich der Weg teilweise zu einem schmalen Pfad. Fahrräder sind hier ausdrücklich verboten. Trotzdem macht ein sich hinter uns nähernder Mountainbiker auf sich aufmerksam, um uns überholen zu können. Unkommentiert lassen wir ihn nicht passieren und machen nicht aggressiv, aber bestimmt darauf aufmerksam, dass Radfahren auf dem Weg verboten ist. Der Biker rechtfertigt sein Verhalten als angemessen und problemlos, wenn wir nur toleranter wären. So kann man das mit Null Unrechtbewusstsein auch sehen.
Da Markierungen fehlen, eignen sich zwei Stellen zum Verlaufen. An der ersten Stelle steht an dem nach links führenden Zweig eine Bank. Wer die Bank als Wegweiser versteht, gelangt in eine Sackgasse mit sumpfigem Unterholz und muss umkehren. Diesen Fehler macht man nur einmal. Später folgt eine unübersichtliche weitere Verzweigung. Der Mann möchte instinktiv den linken Zweig nehmen, aber die Frau ist sich sicher, dass wir den rechten Zweig nehmen müssen. Wir sind nicht immer der gleichen Meinung, aber wir streiten nicht und vermeiden Rechthaberei. Stattdessen bemühen wir uns um Konsens. Die Frau setzt sich durch. Nach mühsamem Anstieg endet der Abzweig an einem versperrten Tor einer umzäunten Häusergruppe. Ein vor einem der Häuser sitztender Mann erklärt uns, dass wir falsch gegangen sind und umkehren müssen.
Bis wir die mondäne Reichen- und Neureichen-Siedlung Seedorf erreichen, die Fürst Malte von Putbus ebenfalls gründete, sind fast zwei Stunden vergangen. Bereits zur DDR-Zeit war Seedorf ein exklusiver Ferienort. Inzwischen ankern an der Marina von Seedorf hochpreisige Motorboot- und Segelyachten. Parkähnliche Grundstücke umgeben Neubau-Villen am Hang. Überwiegend teure Autos der Oberklasse haben oft Berliner und Potsdamer Kennzeichen. Restaurants und ein Fischimbiss sind in Seedorf geöffnet. Wir gestalten unsere Rast mit selbst belegten frischen Brötchen aus dem Dörpladen Groß Zicker.
Der Wanderweg zurück zum Parkplatz bei Moritzdorf setzt sich über 2 km mit 3 spürbaren Anstiegen auf einem nur für landwirtschaftlichen Verkehr, Radfahrer und Fußgänger zugelassenen befestigten Feldweg fort. Kurz vor dem Ziel könnten wir auf einem Abzweig die Moritzburg erreichen, aber der Tank ist fast leer und reicht nicht mehr für 400 m Anstieg. Wir nehmen die Direttissima zum Parkplatz (2:30 Std. Gehzeit, 2:50 Std. brutto) und freuen uns auf einen Mittagsschlaf nach Rückkehr.
Samstag, 16. Mai
Die Wetterprogronose stimmt inzwischen weniger optimistisch als an Vortagen. Die Temperatur steigt nur noch moderat und die Wetterlage soll eher wechselhaft bleiben mit 50 % Schauerneigung. Eine stabile Schönwetterlage hätte uns besser gefallen, aber mit der aktuellen Wetterlage kommen wir auch zurecht. Über den Tag wechseln Bewölkung und frischer Wind. Einige Regentropfen fallen erst am Abend. - Fotoserie
Tagesaktivitäten
- Morgens wird die Überarbeitung restlicher Posts und Fotos der Australienreise 2014/15 fortgesetzt. Jetzt warten die 3 letzten Posts auf Überarbeitung.
- Am Vormittag gehen wir eine größere Runde in den Zicker Bergen (2:15 Std. netto, 2:50 Std. brutto). Auf dem Weg zum Hülsmann-Blick in den Zicker Bergen beobachten wir 3 in der Thermik kreisende Seeadler. Mit dem Smartphone als Fotoapparat können wir wenig ausrichten, aber auf dem Wolkenfoto sind die Adler in der Mitte des oberen Bildteils immerhin zu erahnen. Rügen zählt mit 44 Brutpaaren zu den größten Adlerrevieren in Deutschland.
Am Hülsmann-Blick rasten wir und verzehren Brötchen aus dem Dörpladen. Auf dem Rückweg besteht die Option zu einer weiteren Rast am Taun Hövt, aber für einen Aufenthalt auf der Außenterrasse ist es zu frisch und zu windig. Wir ziehen Matjesbrötchen der Fischeräucherei Dumrath vor und verzehren es in der Ferienwohnung. - Die Frau hat das Buch "Was ist Leben?" von Paul Nurse ausgelesen (siehe Eintrag 12. Mai) und ist tief beeindruckt. Ich werde es lesen, sobald die Überarbeitung der Australienposts abegschlossen ist.
Zum Dinner richten wir den gestern im Restaurant "Zum Fischer" erstandenen Räucherfisch mit Radieschen und einen Klecks Kartoffelsalat von Dumrath als Vorspeise an. Unser Hauptgang ist der Teil 3 des
Spargel-Lachs-Auflaufs, der uns von Mal zu Mal besser schmeckt. Den Rest gibt es morgen. Ein Käseteller mit Oliven bildet den Abschluss.
Freitag, 15. Mai
Der Tag begrüßt uns mit Sonnenschein und wolkenlosem Himmel am Morgen. Die Temperatur ist am Morgen einstellig und steigt über den Tag auf 12-13 Grad. Über den Tag nimmt die Bewölkung zu, aber es bleibt trocken. In der Mittagszeit belästigt uns die widerlich durch Groß Zicker führende 25. Rügenclassic Oldtimer-Rallye für historische Fahrzeuge bis 1996 (Strecke 2026, Teilnehmer 2026).
Tagesaktivitäten
- Am Morgen und über den Tag erfährt der Bericht zum Ausstellungsbesuch in Berlin (Post vom 10.05.2026) eine Erweiterung. Kapitel 3 beschreibt durch die Ausstellung und Vergleiche mit Artefakten anderer Kulturen sichtbar werdende kulturelle Universalien.
- Am Vormittag unternehmen wir einen Spaziergang zum Bakenberg und noch ein Stück weiter in den Zicker Bergen (1:10 Std.). Auf dem Rückweg ist der obligatorische Stopp bei der Fischräucherei Dumrath fällig.
- Für den frühen Abend haben wir im Restaurant Zum Fischer in Baabe reserviert (Fotoserie). Das Restaurant ist wie immer ausgebucht. Service und Essen sind tadellos. Wir essen beide Kabeljau. Die Frau eine Seniorenportion gedünstet mit Salzkartoffeln und Senfsauce. Der Mann gebraten mit Bratkartoffeln. Der Rügener Solaris-Weißwein vom Weingut Geller, Middelhagen, 5,90 €/0,2 l, enttäuscht. Wir lieben spritzige Weine, aber dieser Wein schmeckt unreif und sauer. Vermutlich fehlte Sonne. Von der Verkaufsttheke des Restaurants nehmen wir geräucherten Aal und Lachs mit.
Als Stammgäste werden wir mit privaten Informationen versorgt. Morgen,
16. Mai, feiern die Vermieter ihren 40-jährigen Hochzeitstag.
Übermorgen, 17. Mai, wird die Mutter der Vermieterin 84.
Donnerstag, 14. Mai
Trotz einiger Schauer ist das Wetter heute über den Tag besser als angekündigt. Das macht uns Hoffnung für die nächsten Tage. Entgegen der Vorhersagen bleibt der Vormittag zunächst trocken. Die Sonne kommt über den Tag schüchtern und gegen Abend länger hervor.
Am Morgen erfährt der Bericht zum Ausstellungsbesuch in Berlin (Post vom 10.05.2026) ergänzende Informationen, präzisierende Anmerkungen und Hinweise auf
vertiefende Quellen. Am Vormittag unternehmen wir einen
Schnupperspaziergang auf der Dorfstraße bis zum Schäfer und kehren über
die Zickerberge zurück (1 Std.). - Fotoserie
Aufgrund der Beschreibung von Frau S. haben wir angenommen, dass am 1. April 2026 ein Asia Imbiss in den Räumen des Zicker(n) Eck eröffnet hat. Das Datum ist korrekt, aber die Räumlichkeit ist ein Irrtum. Das Zicker(n) Eck gibt es nach wie vor. Der Asia Imbiss Dai-Log wird in einem Imbisswagen auf dem schräg gegenüber liegenden Grundstück betrieben (rechts vom Pfarrwitwenhaus) im Garten des denkmalgeschützten alten Bauernhauses Boddenstraße 33.
Wir schauen uns selbstverständlich neugierig um. Da außer uns niemand in der Nähe ist, wird Mai Ling, pardon, Dai-Log, auf uns aufmerksam und überreicht uns einen Flyer (abgebildet in der Fotoserie). (Mai Ling ist eine Figur in einem Sketch von Gerhard Polt, Sketch bei Youtube). Um den deutschen Mann anzusprechen und Vorurteile abzuschwächen, werden neben typischen Gerichten sogar Currywurst (4,50 €) und Pommes (4,00 €) angeboten. Wir wagen einen vorsichtigen Test und ordern keine Currywurst, sondern Mini-Frühlingsrollen mit einer Art Asia-Ketchup. Der Preis für 8 Stück ist mit 3,50 € überschaubar. Die Bestellung erzeugt Konfusion. Die Fritteuse springt nicht an. Das Problem ist bald identifiziert. Die Gasflasche ist leer. Mai Lings Sponsor besorgt aus dem benachbarten Haus eine neue Gasflasche und schließt sie an. Nun kann es losgehen. Das Arrangieren der frittierten Frühlingsröllchen in eine Styroporschachtel übernehmen Mai Ling und ihr Sponsor gemeinsam, jedoch so unkoordiniert, dass sie Sauce verkleckern und sich anblaffen. Unser Versuch ist mehr oder weniger gescheitert und das Stimmungsklima ist gestört. Von 8 Frühlingsröllchen verzehren wir 6 (eine davon die Frau). Die Frühlingsröllchen fordern keine Wiederholung. Persönlich schätzen wir Überlebenschancen des Imbisses mit diesem Konzept als fraglich ein. Im nächsten Jahr wissen wir mehr.
Während der letzten 10 Minuten unseres Spaziergangs setzt Regen ein. Vermutlich wegen Regengefahr sind heute trotz Himmelfahrt nur wenige Radfahrer unterwegs. Der Andrang bei der Fischräucherei Dumrath ist erträglich. Das Matjesbrötchen ist umso besser.
Unser Dinner besteht heute aus Riesling der WG Kallstadt, (1) Stremellachs von Dumrath mit Erdbeeren von Karls Erlebnishof, (2) Spargel-Lachs-Auflauf Teil 2, (3) Käsevariationen, (4) kleinen Kuchenstücken vom Bäcker Junge. Sorry, Mai Ling/Dai-Log, wer braucht in Groß Zicker einen Asia Imbiss?
Die Überarbeitung restlicher Posts der Australienreise 2014/15 macht heute nur kleine Fortschritte. 5 Posts warten noch auf Überarbeitung.
Mittwoch, 13. Mai
Heute und auch morgen müssen wir uns wieder mit Regentagen arrangieren. Am Vormittag beträgt die Temperatur 7 Grad. Eher zufällig haben wir entdeckt, dass auf Rügen ganz in der Nähe neuerdings 2 Mini-Weingüter existieren:
- Weingut Hohmann in Lancken-Granitz
- Weingut Geller (ohne Internetpräsenz) im Gutshaus Phillippshagen (Middelhagen)
Weitere Weingüter bestehen im Raum Schwerin (Weinberg Dähn) und auf Usedom (Weingut Welzin). Als Platzhirsch unter den Weingütern in MV gilt das Weingut Schloss Rattey in Schönbeck (Mecklenburgische Seenplatte), das auch ein Hotel mit Restaurant betreibt (Schloss Rattey).
Das Weingut Hohmann versektet seinen Sovignier Gris und vertreibt in als Ruemant brut zum Preis von 39,90 €. Falstaff vergibt für das Weingut 2 von 5 Sternen und bewertet den Sekt mit 91-93 Punkten sowie die jüngeren Jahrgänge des Weins mit 92 Punkten. Verkauf der PIWI-Weine findet ausschließlich bei den Erzeugern statt. Der Solaris des Weinguts Geller wird als offener Wein im Restaurant Zum Fischer in Baabe angeboten. Für Freitag haben wir dort reserviert.
Tagesaktivitäten
- Aufgrund des bevorstehenden Himmelfahrt-Feiertags fahren wir zum Einkauf nach Sellin und Göhren und kaufen Zutaten für unser Dinner ein. U.a. beschaffen wir auch Ersatzbatterien. Unser mehr als 20 Jahre bewährter Reisewecker läuft nämlich nicht mehr. Eine frische Batterie hilf ihm jedoch nicht auf die Sprünge. Der Wecker hat sich zur ewigen Ruhe begeben. Smartphones haben natürlich Weckerfunktionen, aber wir bevorzugen analoge Weckertechnik. Also brauchen wir bei nächster Gelegenheit einen neuen Reisewecker.
- Im Garten treffen wir Frau S. Auch der Mann wird mit Umarmung begrüßt. Herr S. ist am Vormittag bei einer Physiotherapie wegen Nervenproblemen mit Taubheit in den Beinen.
- Als Zwischenimbiss ist heute endlich ein Matjesbrötchen vom Dumrath angesagt. Der aktuelle Preis beträgt 4,50 € und ist für 2 Filets und die gebotene Qualität angemessen.
- Am Nachmittag liest die Frau weiter das spannende Buch von Paul Nurse.
- Der Mann beschäftigt sich mit der Überarbeitung der restlichen 10 Fotoalben und Posts von insgesamt 122 mit mehr als 5.000 Fotos der 3-monatigen Australienreise 2014/2015.
- Am Abend kochen wir frisch einen Spargel-Lachs-Auflauf zum Dinner als Vorrat für mehrere Tage.
Dienstag, 12. Mai, Bummeltag
Es bleibt weitgehend trocken, aber es ist frisch und windig. Wir bleiben im Haus.
- Die Frau liest "Was ist Leben" von Paul Nurse, britischer Neu- und Mikrobiologe sowie Nobelpreisträger 2001 für die Entdeckung von Schlüsselregulatoren der Zellteilung und -reifung (Rezension Deutschlandfunk 24.09.2021: Biologische Energie als "Lebensfunken"). In der Wochenzeitung DIE ZEIT schreibt die Rezensention in der Ausgabe 8.12.2021: "Wenn Sie nur ein Buch über Biologie lesen können, dann lesen Sie Was ist Leben? von Paul Nurse.
- Der Mann schließt die Arbeit an der Urversion des Posts zum Ausstellungsbesuch in Berlin ab.
Im Ferienhaus lebende Familie S. freut sich über unsere Rückkehr! Frau S. ist dieses Jahr 70 geworden. Sie ist tief erschüttert über den schnellen Tod ihres 73-jährigen Schwagers im März 2026 aufgrund einer Krebserkrankung. Sorgen bereitet das Schicksal der nun allein in Stralsund lebenden älteren Schwester.
Montag, 11. Mai, Regentag
Wie vorhergesagt, sind die Eisheiligen eingetroffen. Es regnet über den ganzen Tag. Die Temperatur liegt bei 8 Grad. Die Wetterprognose bleibt bis einschließlich Samstag für Außenunternehmungen ungünstig. Ab Sonntag werden die Wetteraussichten besser. Für Mitte der nächsten Woche werden Temperaturen bis 20 Grad erwartet. Heute beschäftigen wir uns mit Einkaufen, Lesen, Editieren von Posts, Küchenprogramm.
Seit heute ist der Dörpladen geöffnet, täglich ab 7:30 Uhr, auch an Sonn- und Feuertagen. Wir versorgen uns im Laden bei Bedarf mit recht ordentlichen frischen Brötchen.
Sonntag, 10. Mai, Ankunft in Groß Zicker
Nach Einkäufen in Baabe treffen wir um 16:00 Uhr in Groß Zicker auf der Rügener Halbinsel Mönchgut ein. Bei
unserer Ankunft ist das Wetter im positiven Sinn frühlingshaft, aber
nicht mehr lange. Ab dem 11. Mai übernehmen die Eisheiligen für die
nächsten Tage die Wetterregie. Nachdem es seit Wochen nicht geregnet
hat, freuen sich unsere Vermieter über angekündigten Niederschlag.
Neuigkeiten
- Heinzi ist jetzt Rentner, aber arbeitet weiter auf eigene Rechnung.
- Die Kurabgabe wurde von 3,25 € pP/Tag auf 3,37 € pP/Tag erhöht. Gleichzeitig wurden Gratisleistungen reduziert. Die Fahrt mit der Weißen Flotte nach Lauterbach ist nicht mehr kostenlos, sondern um 50 % reduziert. Andere Leistung blieben unverändert.
- In der Küchenausstattung gibt es neue Pfannen (ohne Deckel).
- Das Wohnhaus der Vermieter ist neu eingedeckt.
- Dumrath hat den Ruhetag von Mittwoch auf Montag und im Mai zusätzlich Dienstag verlegt.
- Seit dem 11.05. ist der Dörpladen vormittags geöffnet.
- Die B196 ist wegen Straßenbauarbeiten mit Anlage eines Radwegs bei Baabe nur einspurig mit Ampelregelung befahrbar.
- Die verfallene Bahnstation Phillippshagen zwischen Baabe und Göhren ist saniert und wird als Ausflugslokal Tannheim vorbereitet. Die Eröffnung scheint kurz bevorzustehen.
- Im Bistro "Beim Fischer" (Boddenstraße 34) wird jetzt ein Vietnamesischer Imbiss mit der Bezeichnung "Zicker(n)-Eck" betrieben (kein Internetauftritt).
Berlin 09./10. Mai 2026
Wenn
wir geahnt hätten, auf welche Hürden eine Autoreise nach Berlin stößt,
hätten wir uns wahrscheinlich anders entschieden. Bis Berlin ist die
Verkehrslage zwar relativ entspannt, aber eine Vollsperrung der A1
erzwingt im Raum Dortmund eine weiträumige Umfahrung. Baumaßnahmen am
Berliner Straßennetz zeigen, wie gezielt ein Verkehrsdauerchaos
herstellbar ist, das sogar Chaos der DB übertrifft. Zusätzlich erzwingt
im Bereich der Messe die Motorrad-Demonstration Steel & Speed eine längere Wartezeit. Nach 8 Stunden (7:22 Std. Fahrzeit) erreichen wir müde und lustlos das Intercity-Hotel Berlin Hauptbahnhof.
Hier läuft alles geschmeidig. Zu Unternehmungen sind wir nicht mehr
aufgelegt. Das Abenddinner nehmen wir gleich um die Ecke im Vapiano Berlin Europaplatz ein.
Bei
der Weiterreise können wir vor 12:00 Uhr tanken, ehe Tankstellen an der
Preisschraube drehen. Die Reise nach Rügen führt auf verkehrsarmen
Routen durch einsame Landschaften der Uckermark.














































































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