Anlässlich des 150. Geburtstags von Paula Modersohn-Becker reisen wir im Zeitraum 6.08.–9.08.2026 mit drei Übernachtungen nach Bremen, um die Ausstellung Becoming Paula sowie das Künstlerdorf Worpswede zu
besuchen und das historische Zentrum von Bremen kennenzulernen. Den Besuch der Ausstellung beschreibt der Post Becoming Paula, Jubiläumsausstellung 8.02. – 01.11.2026 zum 150. Geburtstag der Malerin Paula Modersohn-Becker. Der Post Vorschau Kulturtrip nach Bremen zum 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker fasst unsere Vorbereitung der Kurzreise nach Bremen zusammen. Dieser Post beschreibt das Rahmenprogramm einer insgesamt bemerkenswert erfreulichen und spannenden Kurzreise. Bremen ist unbedingt eine Reise wert!
6.08.2026: Ankunft in Bremen
Anreise
Die Anreise nach Bremen verlief bis ca. 50 km vor dem Ziel entspannt. Im Raum Bremen zwangen Baustellen und Unfälle zu Umleitungen. Für 320 km Reise benötigten wir fast 5 Stunden Fahrzeit. Die Bremer Altstadt ist für motorisierte Fahrzeuge ein Einbahnstraßen-Labyrinth. Ohne Navigationsgerät hätten wir das Parkhaus nur mit Mühe gefunden. Parkhäuser sind in der Altstadt teuer. Das Parkhaus des Hotels Radisson Blu, in dem wir im Zentrum in unmittelbarer Nähe zum Bremer Marktplatz komfortabel übernachten, berechnet einen Tagespreis von 30 €. Wir ziehen das 450 m entfernte Parkhaus am Dom vor und zahlen dort stolze 56 € für drei Tage. In fremden Großstädten ist die Orientierung oft schwierig. Obwohl wir Straßenschilder oft vermissen, ist das in Bremen nicht der Fall. Der zentrale Marktplatz, dort aufragende Kirchtürme, die Weser und ein Stadtplan der Tourist-Info in der Böttcherstraße verhelfen zur Orientierung.
Bremer Rathaus – Fotoserie
Innenräume des Bremer Rathauses können nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Für den Ankunftsnachmittag haben wir bereits zu Hause bei Bremen Tourismus eine Führung im Bremer Rathaus gebucht. Das 1405–1410 im gotischen Stil gebaute Bremer Rathaus ersetzt einen romanischen Vorgängerbau. Seit 1917 steht das Rathaus unter Denkmalschutz. 2004 wurde das Rathaus zusammen mit der 1404 errichteten Statue des Bremer Roland zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Die Rolandfigur repräsentiert den Kaiser als Symbol für Marktrechte und Freiheiten, die der Kaiser angeblich Bremen verliehen hat.
Selbstverständlich lassen wir die vom Bildhauer Gerhard Marcks 1953 geschaffene Skulptur der Bremer Stadtmusikanten am Westportal des Rathauses nicht aus. Ein Eintrag in Wikipedia beschreibt das Märchen der Bremer Stadtmusikanten. Eine ausführlichere Version bietet das Portal Grimmstories: Die Bremer Stadtmusikanten. Die Skulptur ist ständig von Touristen umlagert, die Aufnahmen von Fotos behindern.
Stadtgründung und Geschichte Bremens bis zum Mittelalter im Überblick
Während der Rathausführung treffen wir auf die hier ausführlicher beschriebene Gründungslegende Bremens. Die Stiftungsurkunde der Bistumsgründung aus dem Jahr 788 erwies sich zwar als Fälschung (Wikipedia: Geschichte der Stadt Bremen. Mittelalter), aber die Gründungslegende ist zu schön, um sie aufzugeben. Bremen führt seine Stadtgründung auf Karl den Großen zurück. Dieser schickte 780 den angelsächsischen Missionar Willehad in die Weserregion mit dem Auftrag, Germanenstämme zu missionieren. Zusätzlich behauptet die Gründungslegende, dass der Papst im Jahr 800
Karl als Belohnung für Willihads erfolgreichen Missionsauftrag zum
Kaiser krönte. Nachfolgende Zitate stammen aus dem Wikipedia-Eintrag Willehad.
"787 wurde Willehad in Worms in Anwesenheit Karls des Großen zum Bischof von Wigmodi, Laras, Riustri, Asterga, Nordendi und Wanga (an der unteren Weser und zwischen der Mündung von Weser und Ems) geweiht. [...] 788 errichtete Karl der Große [...] das Bistum Bremen für den nördlichen Teil Sachsens und verlieh diese neue Diözese [...] an Willehad. Dieser machte Bremen zu seiner Residenz."
"Willehad wurde auch Teil der profanen Stadtgründungslegende Bremens. Auf dem Stadtsiegel des 13. Jahrhunderts, dem bekannten Wandbild in der oberen Rathaushalle und am Domlettner posiert er auf Augenhöhe gegenüber Kaiser Karl, den die Bremer im Spätmittelalter als Gründer ihrer Stadt beanspruchten."
Bis Ende des 12. Jahrhunderts unterstand Bremen dem Erzbischof. 1187 beurkundete Kaiser Friedrich I. Barbarossa Bremen formal als freie Reichsstadt, aber ähnlich wie Köln, musste die Unabhängigkeit erst noch dem Erzbischof abgerungen werden (Wikipedia: Bremer Stadtrecht).
Im Zeitraum 1260 bis 1669 war Bremen viermal und insgesamt 252 Jahre Mitglied der Hanse. Aufgrund von Konflikten trat Bremen mehrmals aus dem Handelsbund aus oder wurde ausgeschlossen oder zur Mitgliedschaft gezwungen oder war aus Schwäche zum Beitritt gezwungen.
Um 1400 erreichte Bremen den Höhepunkt seiner städtischen Entwicklung. In dieser Zeit wurden auf dem Marktplatz das neue Rathaus mit dem Ratskeller und der Roland als Demonstration städtischer Macht gegenüber dem Erzbischof sowie gegen den ca. 100 Jahre älteren Dom St.-Petri als Symbol erzbischöflicher Macht errichtet. Das Rathaus blieb über mehr als 600 Jahre nicht unverändert:
- Im 15. bis 17. Jahrhundert fanden Umbauten und Anbauten im Renaissancestil statt. Da das äußere Bild nicht mehr den Repräsentationsbedürfnissen genügte, wurde im 17. Jahrhundert die marktseitige Renaissancefassade angebaut.
- Weitere Anbauten und Innenausbauten sind im barocken Stil gestaltet.
- Da zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Rathaus nicht mehr den Anforderungen der gewachsenen Stadt genügte, wurde das Rathaus um einen dreimal größeren rückwärtigen Anbau im Neorenaissancestil erweitert (Wikipedia: Neues Rathaus). Den Zweiten Weltkrieg überstanden Rathaus und Roland relativ unbeschädigt. Zur Unterscheidung der Gebäude sprechen Bremer vom alten und vom neuen Rathaus.
Rathausführung – Fotoserie
Zur einstündigen Führung finden sich gegen 16:00 Uhr 12 Teilnehmer ein. Die Führung des kompetenten Guides beginnt im Treppenhaus des neuen Rathauses, von dem wir in den Festsaal gelangen. Zahlreiche Details schmückt unser Guide mit unterhaltsamen Bemerkungen und Anekdoten. Höhepunkt der Führung ist die Obere Rathaushalle im alten Rathaus, in der über Jahrhunderte der Rat der Stadt tagte. Hier wurden Entscheidungen getroffen, Verträge geschlossen, Recht gesprochen und Abgesandte anderer Länder empfangen. Die Obere Rathaushalle gilt als Bremens schönster und repräsentativster Raum.
- Von der Decke hängen vier große, als Orlogschiffe bezeichnete Modell-Kriegsschiffe. Schiffe dieser Art begleiteten die Bremer Handelsflotte zu deren Schutz.
- Zwei große Gemälde von Bartolomäus Bryn d.Ä. zeigen die Gründungslegende des Bistums Bremens sowie König Salomons Urteil im Streit um ein Kind, das den Rat der Stadt zu weisen Entscheidungen ermahnt. Übrigens lebte und wirkte Bryn überwiegend und erfolgreich in Köln.
- Ein ungewöhnliches Juwel ist ein in der Oberen Halle abgeteiltes Zimmer hinter einer barocken Verkleidung. Das Zimmer wurde bereits 1605 für besondere Anlässe eingebaut und als Güldenkammer bezeichnet. Die ursprüngliche Innenausstattung ist verloren gegangen. 1905 beauftragte der Bremer Senat den Künstler Heinrich Vogeler mit der Neugestaltung des Zimmers. Vogeler entwarf eine bis heute erhaltene Ausstattung im reinen Jugendstil. Vogeler gehörte wie Paula Modersohn-Becker, Otto Modersohn und einige weitere Künstler zur ersten Generation der Künstlerkolonie Worpswede. Unser Besuch der Künstlerkolonie ist unter dem Datum 08.08.2026 beschrieben.
Dinner im Ratskeller – Fotoserie
Nach der Rathausführung drängt sich zum Abendessen ein Besuch des Bremer Ratskellers auf. Die Reservierung haben wir bereits zu Hause vorgenommen, was aber für zwei Personen nicht notwendig ist, weil das weitläufige Kellergewölbe eine große Anzahl Plätze vorhält. Zusätzlich steht bei geeignetem Wetter eine Außenterrasse zur Verfügung. Die Speisekarte haben wir uns bereits im Internet angeschaut und wissen daher, dass der Ratskeller eine rustikale Küche zu moderaten Preisen bietet. Bewertungen in einschlägigen Portalen sind überwiegend positiv.
Der Ratskeller wurde 1405 mit dem Alten Rathaus errichtet und steht unter Denkmalschutz. Der gesamte Komplex umfasst mehr als 5000 qm Fläche. Kellergewölbe erstrecken sich unter Altem und Neuem Rathaus, Liebfrauenkirchhof und Domshof. In den Sommermonaten betreibt der Ratskeller auf dem Domshof im Rahmen des Open Space Domshof einen Pavillon mit Weinausschank und einer kleinen Gastronomie.
Von 1330 bis 1815 besaß der Bremer Rat das Privileg des Weinausschanks in Bremen. Zu diesem Zwecke wurde ein Stadtweinkeller eingerichtet, in dem Händler und Gastwirte ihre Weine lagern mussten. Mit dem Bau des Alten Rathauses wurde der Weinausschank in den Ratskeller verlagert. Aus diesem Privileg entwickelte sich ein bis heute bestehender Weinhandel, der nach eigenen Angaben über das weltweit größte Kontingent deutscher Weine verfügt. Im Ratskeller werden 650 verschiedene Weine ausgeschenkt. Der Weinhandel verkauft 1200 unterschiedliche Weine. Die Gastronomie des Ratskellers betreibt ein Bremer Hotel in Pacht.
Die Frau entscheidet sich für Seehecht, Grillgemüse, Rosmarinkartoffeln (24,50 €), der Mann für Roastbeef mit Salatgarnitur (27,90 €). Üppige Portionen sind den Preisen angemessen. Qualitativ sind die Gerichte solide, mehr nicht.
7.08.2026: Rundgang im historischen Zentrum, Paula-Modersohn-Becker-Museum, Dinner im Restaurant Due Fratelli
Schlachte und Weserpromenade - Fotoserie
Unseren Rundgang beginnen wir gleich hinter dem Hotel an der Schlachte, an der es am Morgen ruhig zugeht, weil sie erst gegen Abend auflebt. Wikipedia: Schlachte:
"Als Schlachte wird in der Bremer Altstadt die historische Uferpromenade an der Weser bezeichnet. Im amtlichen Sinne ist die Schlachte ein parallel zum Ufer verlaufender Straßenzug, der an der Ecke Erste Schlachtpforte (bei der St.-Martini-Kirche) beginnt und etwa 660 Meter weiter nordwestlich bei der Jugendherberge Bremen (Haus der Jugend), Ecke Kalkstraße endet. Die Schlachte, ursprünglich der Hafenplatz Bremens, hat sich heute zur Gastronomie- und Biergartenmeile gewandelt."
Weitere Details beschreiben der verlinkte Wikipedia-Eintrag sowie das Bremen-Portal auf der Seite Die Bremer Schlachte.
Altstadtviertel Schnoor - Fotoserie
Das bis auf das 13. Jahrhundert zurückgehende Altstadtviertel Schnoor schließt gleich an der Schlachte an. Nachfolgende Zitate sind dem Wikipedia-Eintrag Schnoor entnommen.
"Der Schnoor – auch das Schnoorviertel genannt (von niederdeutsch Schnoor, Snoor = Schnur) – ist ein bis in das Hochmittelalter zurückreichendes Gängeviertel in der Altstadt Bremens und zugleich der Name der Straße Schnoor in diesem Viertel. Die ältesten weltlichen Bauwerke stammen aus dem frühen 15. Jahrhundert, die Kirche St. Johann entstand im späten 14. Jahrhundert. [...] Das Quartier verdankt seine Bezeichnung dem alten Schiffshandwerk. Die
Gänge zwischen den Häusern standen oft in Zusammenhang mit Berufen oder
Gegenständen: So gab es einen Bereich, in welchem Seile und Taue
hergestellt wurden (plattdeutsch Snoor = Schnur), und einen benachbarten Bereich, in dem Draht und Ankerketten gefertigt wurden (plattdeutsch Wiere = Draht), woher die Straße Lange Wieren ihren Namen hat.
Weitere Details beschreiben der verlinkte Wikipedia-Eintrag sowie das Bremen-Portal auf der Seite Schnoor: Bremens ältestes Viertel.
Paula-Modersohn-Becker-Museum in der Böttcherstraße
Der Nachmittag ist für den Besuch der Ausstellung Becoming Paula im Paula Modersohn-Becker-Museum und in der Böttcherstraße reserviert. Über den Ausstellungsbesuch und die Böttcherstraße berichtet der Post Becoming Paula, Jubiläumsausstellung 8.02. – 01.11.2026 zum 150. Geburtstag der Malerin Paula Modersohn-Becker.
Dinner im Restaurant Due Fratelli - Fotoserie
Das Restaurant Due Fratelli am Marktplatz ist in allen einschlägigen Restaurantführern verzeichnet und mit seiner italienischen Küche das am höchsten bewertete Restaurant in Bremen. Der Internetauftritt des Restaurants und die Preisgestaltung der Karte signalisieren gehobene Küchenkultur. Von solchen Versprechen lassen wir uns gerne verführen. Wir haben reserviert, obwohl wir wahrgenommen haben, dass auch Pizza angeboten wird (Preise beginnen bei 17,50 €), die im Internet einsehbare Karte keine Preise für Weine, Espresso, Wasser nennt und Gäste mit touristischer Bremenkarte 10 % Nachlass auf Speisen erhalten. Diese für die Hochgastronomie kritischen Signale haben uns vom Besuch nicht abgehalten. Die Zubereitung von keinem der servierten Gerichte hat uns überzeugt. Zubereitungen sind nicht mehr als mittelklassig und den Preisen sowie dem Anspruch des Restaurants nicht angemessen.
- Das Rindfleisch des Carpaccio (22,90 €) war keineswegs hauchdünn geschnitten, wie die Karte behauptet. Anstatt der Anrichtung mit Cipriani-Soße auf Mayonnaisenbasis hätten wir Olivenöl bevorzugt. Trüffelspäne konnten geschmacklich wenig ausrichten. Ein kümmerliches Salatblatt hatte nur Deko-Funktion.
- Gnocchi Waldpilze (27,90 €) schwammen in einer cremigen Soße, die schnell Überdruss erzeugte und die Textur der Gnocchi matschig machte.
- Der Geschmack eines dünnen Wolfsbarschfilets (25,90 € ohne Beilagen) konnte sich gegen Aromen der Gahrung auf dem Grill nicht durchsetzen. Sparsam servierte Beilagen (Gemüse der Saison für 5,90 € sowie Rosmarinkartoffeln für 4,90 €) kamen vermutlich wie der Fisch aus der Tiefkühlung und hatten keine frischen Aromen.
Bezüglich Getränke haben wir uns auf nichtssagenden offenen Pinot Grigio beschränkt (13 € für 0,2 l). Die Rechnungssumme über 125 € (nach Abzug von 10 % Nachlass auf Speisen) fiel bei halbiertem Vergnügen fast doppelt so hoch wie gestern im Ratskeller aus. Jetzt sind wir klüger. Obwohl die Karte ausdrücklich betont, dass Trinkgeld in ausgewiesenen Preisen nicht inkludiert ist, halten wir den Ball bezüglich Trinkgeld flach. Die Anmerkung zum Trinkgeld ist ohnehin fragwürdig und zumindest missverständlich. Anders als z.B. in USA, ist in Deutschland seit der Einführung der Mehrwertsteuer im Jahr 1967 gesetzlich vorgeschrieben, dass das Serviceentgelt in den angegebenen Preisen von Gaststätten und Hotels enthalten sein muss. Sogenanntes Trinkgeld ist lediglich eine Zugabe bei besonderer Zufriedenheit mit Leistungen,
8.08.2026: Ausflug von Bremen nach Worpswede & Dinner im Restaurant Luv an der Schlachte
Ausflug nach Worpswede – Fotoserie
(in Bearbeitung)
Dinner im Restaurant Luv - Fotoserie
Während Touristen in Restaurants am Markt speisen, bevorzugen Bremer Einwohner eher Gastronomie an der Schlachte, wie Einwohner die historische Uferpromenade an der Weser
bezeichnen. Vor zwei Tagen haben wir uns die Schlachte auf einem morgendlichen Spaziergang angeschaut. Heute stürzen wir uns bei bestem Sommerwetter in das abendliche Getümmel der gastronomischen Szene. Tische auf der Außenterrasse des Restaurants Luv sind begehrt. Mit Glück können wir einen attraktiven Hochtisch besetzen, von dem wir die Szene an der Schlachte überblicken. Wie schon an beiden Vorabenden bestätigt sich auch heute die Erfahrung, dass der deutsche Norden kulinarisch durchschnittlich unterentwickelt ist. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen, insbesondere in Hamburg, aber in Bremen haben wir keine Ausnahmen gefunden. Immerhin bleiben die Preise trotz der interessanten Umgebung moderat, das gilt auch für den offenen Wein, und der Service agiert erfreulich. Von den gewählten Gerichten sind wir jedoch erneut enttäuscht.
- Als Vorspeise teilen wir uns eine Portion Tomaten Bruschetta Luv-Style (13,90 €). Bruschetta kann man auf die eine oder andere Weise zubereiten. Was hier als Brschetta serviert wird, liegt außerhalb des Spektrums unserer Erwartungen. Das Gericht ist nicht auf Ciabatta angerichtet, sondern auf in Olivenöl hart geröstetem dunklen Brot. Das Brot ist mit dem Messer kaum zu teilen, weshalb das Gericht nicht unfallfrei zu essen ist. Belegt ist da Brot reichhaltig, aber nicht mit gewürfelten Tomaten, sondern mit einer Mischung aus Kirschtomaten, Rucola, Basilikum, Parmesan sowie einem grünen Pesto als Dressing.
- Die Frau wählt als Hauptgericht Himmel & Erde "Bremer Style" (14,50 €). Laut Karte besteht das Gericht aus "kross gebratenen Scheiben vom Bremer Knipp mit Kartoffelpüree, hausgemachtem Apfelkompott und Röstzwiebeln". Über Bremer Knipp haben wir uns vorher informiert. Es handelt sich um Grützwurst, die nicht mit rheinländischer Flönz zu verwechseln ist, bei der es sich um eine geräucherte Blutwurst handelt. Hier wird Knipp in drei großen, stark gerösteten Scheiben serviert, die wie harte, flache Diskusse auf dem Teller liegen und selbst als halbe Portion noch reichlich benessen wären. Das Kartoffelpüree ist geschmacksarm. Warum Röstzwiebeln frittiert sind, erschließt sich nicht. Das Apfelkompott ist o.k.
- Thunfischbestände sind bedroht. Darum sollte man Thunfisch nur aus ökologisch zertifizierten Beständen essen und dann auch nur selten, weil das Fleisch durch Schadstoffe belastet sein kann. Im Restaurant Luv ist Thunfisch nicht ökologisch deklariert. Der Mann freut sich trotzdem auf ein gegrilltes Thunfischsteak im Sesammantel (23,90 € für 160 g ohne Beilagen) und wird bestraft. Die gewählte Beilage ist eine Portion Kartoffel-Wasabipüree (4,50 €). Der Kellner fragt, ob das Fleisch "medium" oder "well done" gewünscht wird. Der Mann antwortet "rare", also kurz angebraten und innen saftig-rot an der Grenze zu roh. Serviert wird das Steak fast "well done", d.h. trocken und faserig. Wasabi ist im Kartoffelpüree nur sehr schwach zu schmecken. Insgesamt schmeckt das Püree fad.
9.08.2026: Rückreise
Die Rückreise verläuft erstaunlich entspannt in 3,5 Stunden (inkl. kurzer Pausen) für 320 km.








































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