Dienstag, 18. August 2026

Gruppen-Kulturreise Normandie & Bretagne, 31.08.-07.09.2026

Reiseroute 31.08.-7.09.2026 Saint-Malo Luftaufnahme Le Mont-Saint-Michel
 
Nach herausragenden Gruppen-Kulturreisen mit Studiosus Reisen kommen Reisen mit Studiosus aus Verärgerung nicht mehr infrage. Die aktuelle Gruppenreise unternehmen wir mit dem Westerwälder Unternehmen König's Reisen als Busreise mit einem Komfortbus. Die Reise umfasst sieben Übernachtungen inkl. Frühstück und Abendessen sowie mehrere, überwiegend geführte Besichtigungen. Kosten von Führungen und Eintrittspreisen sind im Reisepreis enthalten. Der Reisepreis beträgt pro Person 2.189 € im Doppelzimmer und 2.748 € im Einzelzimmer. 
 
Übersicht der Reiseetappen 

Das Reiseprogramm ist dicht. Während der Reise fehlt Zeit für die Editierung eines Reisetagebuchs. Dieser Post beschreibt Reisestationen in Bildern mit Kommentaren zwar im Präsenz, aber erst nach der Reise.

 
31.08.2026: Anreise via Wirges im Westerwald über Amiens nach Rouen (2 Übernachtungen) in der Normandie
 
Anreise - Fotoserie
 
Vor der Abreise im Reisezentrum König's Reisen in Wirges, Westerwald
Frühstückspause vor AachenNach einer Autofahrt im Regen sammelt sich im Reisecenter von König's Reisen in Wirges bis zur Abreise um 6:45 Uhr die Reisegruppe mit 30 Teilnehmern der Altersklassen 60+ und 70+. Umsichtiger und souveräner Fahrer des komfortablen Luxus-Reisebusses ist Jan. Jeweils nach ca. 2 Stunden Fahrt steuert Jan einen Rastplatz an und bietet in Pausen umfangreichen Bordservice zu kleinen Preisen an. Am Rastplatz Aachener Land organisiert Jan ein im Reisepreis enthaltenes Flying Frühstücksbuffet. 
 
Besichtigung gotische Kathedrale Notre-Dame d'Amiens - Fotoserie 
 
Gotische Kathedrale Notre-Dame, Amiens Westfassade mit Zwerggalerie und Rosenfenster der gotischen Kathedrale Notre-Dame d'Amiens Stadtführerin am Hauptportal (Erlöserportal) der gotischen Kathedrale Notre-Dame d'Amiens Langhaus Kathdrale von Amiens mit 133,5 m Innenlänge und 42,3 m Höhe
 
Gegen 15:00 Uhr treffen wir zum geplanten Zwischenstopp in Amiens ein, wo eine kompetente Stadtführerin vorübergehend die Regie übernimmt. Zunächst besichtigen wir die Kathedrale Notre-Dame d'Amiens, deren Architektur und Bildprogramm sie als eine der bedeutendsten Kathedralen der französischen Hochgotik und als größten Sakralbau Frankreichs auszeichnen. Details beschreibt der verlinkte Wikipedia-Eintrag.
 
Rundgang in der Altstadt von Amiens - Fotoserie  
 
Reisegruppe im historischen Quartier Saint-Leu in Amiens Somme mit Skulptur  L’Homme sur sa bouée (Der Mann auf der Boje) von Stephan Balkenhol Historisches Quartier Saint-Leu in Amiens
 
Die Besichtigung setzen wir mit einem Rundgang im malerischen historischen Stadtviertel Saint-Leu fort. Das ehemalige Arbeiterviertel durchziehen Flussarme der Somme, an denen ehemals Weber, Gerber, Färber zahlreiche Mühlen betrieben. Nach Sanierung ist der Stadtteil in der Gegenwart ein quirliges Wohnviertel von Studenten und ein buntes Ausgehviertel. 
 
Hotel La Bertilière in Saint-Martin-du-Vivier bei Rouen Restaurant Hotel La Bertilière in Saint-Martin-du-Vivier bei Rouen Restaurant Hotel La Bertilière in Saint-Martin-du-Vivier bei Rouen
 
Kurz nach 19:00 Uhr treffen wir im Rouener Vorort Saint-Martin-du-Vivier für zwei Übernachtungen inklusive Abendessen im Hotel La Bertilière ein. Der erste Tag endet nach positiven Eindrücken enttäuschend. Das mit vier Sternen klassifizierte Hotel liegt in einer schönen, parkartigen Umgebung und wirkt von außen attraktiv. Das Versprechen können innere Werte nicht einlösen. Bei der Anzahl der Sterne muss sich jemand verzählt haben. Mehr als zwei Sterne vergeben wir nicht. Unser Zimmer und das Bad sind renovierungsbedürftig. Eine negative Steigerung erfahren wir im Restaurant. Einrichtungen von Restaurant und Bar sind passabel. Essen und Service fallen in Anbetracht des Anspruchs französischer Küche blamabel aus.  
 

01.09.2026: Besichtigungen in Rouen, Kreideküste bei Étretat, Palais Bénédictine
 
Kathedrale Maria Himmelfahrt zu Rouen - Fotoserie
 
Westfassade der Kathedrale Mariä Himmelfahrt zu Rouen (montiertes Panorama) Langhaus Kathedrale Mariä Himmelfahrt zu Rouen Chor der Kathedrale Mariä Himmelfahrt zu Rouen Orgel und Rosenfenster der Kathedrale Mariä Himmelfahrt zu Rouen Grablege des Normannenherzogs Rollo Grablege des Normannenherzogs Rollo Grablege Wilhelm Langschwert, Sohn von Rollo Grab des Herzens von Richard Löwenherz
 
Nach der langen gestrigen Etappe folgt heute ein entspannter Tag mit Besichtigungen in Rouen. Am Morgen treffen wir an der Kathedrale Maria Himmelfahrt eine Stadtführerin, die uns bis 13:00 Uhr Rouen näher bringt. Die Führung beginnt am Bibliotheksportal an der Ostseite, von der wir die Kirche betreten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kathedrale samt ihrer barockisierten Innenausstattung stark zerstört. Eine Kuriosität ist der im 19. Jahrhundert erneuerte gusseiserne Vierungsturm, der aktuell saniert wird, weshalb dessen Spitze eine Plane verhüllt. In der Kathedrale wurden normannische Herzöge gekrönt und bestattet. Grablegen der Herzöge blieben von Kriegszerstörung verschont. Die bekanntesten bestatteten Herzöge sind der Wikingerfürst Rollo, sein Sohn Wilhelm Langschwert sowie das Herz von Richard Löwenherz. Rollo konvertierte zum Christentum und erhielt an der Seine ein Gebiet zum Lehen, aus dem die Normandie entstand. 
 
Historisches Zentrum von Rouen - Fotoserie
 
Spätgotische Kirche Saint-Maclou, Rouen im Viertel Saint-Maclou, Rouen Pestfriedhof und Beinhaus Aitre Saint Maclou Place du Vieux-Marché
 
Die Führung setzt sich ab der Kathedrale im historischen Zentrum von Rouen fort. Das Zentrum prägen ca. 2000 historische Fachwerkhäuser, deren Architekturen bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen (Vieux Rouen). 
 
Inmitten der Altstadt liegt vor dem Eingang der Kirche Saint-Maclou der Âitre Saint-Maclou, eine von mittelalterlichen Fachwerkhäusern umgebene Hofanlage. In der Gegenwart werden die Gebäude gewerblich von Galerien und Cafés genutzt. Ursprünglich handelte es sich um einen Friedhof, der im 14. Jahrhundert für Opfer einer großen Pestepidemie angelegt wurde. Bei einer noch größeren Epidemie reichte im 16. Jahrhundert der Platz auf dem Friedhof für Erdbestattungen nicht mehr aus. Die Gemeinde beschloss den Bau des erhaltenen Kreuzgangs, in dessen Räumen nur noch die Gebeine aufgehoben wurden. Im 18. Jahrhundert wurden die Gebeine entfernt und die Gebäude erhöht. 1792 wurde der Friedhof geschlossen und verlegt. Ab dem 19. Jahrhundert dienten die Gebäude unterschiedlichen Verwendungszwecken. Bemerkenswert sind Verzierungen an Holzbalken mit Todessymbolik und die Darstellung eines Totentanzes.
 
Unser Rundgang endet am Place du Vieux-Marché, der gleichzeitig öffentlicher Hinrichtungsplatz war. Auf dem Platz wurde Jeanne d'Arc am 30. Mai 1431 gefoltert und auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Der Scheiterhaufen befand sich neben der ehemaligen Kirche Saint-Saveur, von der Fundamente erhalten sind. Nachdem sich der politische Wind gedreht hatte, wurde Jeanne d'Arc 1456 rehabilitiert und am Ort des Scheiterhaufens ein Kreuz errichtet. 1920 sprach Papst Benedikt XV. Jeanne d'Arc heilig.
 
In der Mittagszeit stößt am Bahnhof von Rouen Reiseleiter Dirk dazu, um für die drei nächsten Tage Führungen zu übernehmen. Dirk stammt aus dem Ruhrgebiet, aber er lebt seit mehr als 30 Jahren in Saint-Melo und hat dort eine Familie mit Kindern und Enkelkindern. Beruflich ist oder war Dirk als Architekt tätig und verfügt über hohe Kompetenz zu Architekturen und darüber hinaus zur Kulturgeschichte der Region. Reiseleitung ist eher sein Hobby, in dem er mit seiner Kompetenz glänzen kann. Reiseleiter benötigen in ihrer Rolle eine gewisse Extrovertiertheit und Gene als Unterhalter. Daran mangelt es bei Dirk nicht. Im Gegenteil würden wir uns manchmal weniger, aber dafür präzisere Informationen wünschen. Als Unterhalter liebt er moderate anzügliche Scherze. Drei Frauen unserer Gruppe amüsieren sich darüber köstlich, was Dirk zu knapp unter die Gürtellinie zielenden Scherzen motiviert.
 
Kreideküste bei Étretat - Fotoserie
 
Kiesstrand von Étretat mit der Falaise d’Amont Promenade von Étretat Kiesstrand von Étretat mit Kreidefelsen und der Falaise d’Aval
 
Mit 1,5 Stunden Busfahrt erreichen wir die Alabasterküste beim Seebad Étretat. Auf Étretat haben wir uns besonders gefreut, weil wir den Ort im Rahmen einer Individualreise im Frühjahr 2019 besucht haben und uns gerne an den Besuch erinnern. Wie an der nördlichen und südlichen Küste des Ärmelkanals steigen östlich und westlich von Étretat bis zu 100 m hohe Kreideklippen auf. 2019 sind wir über die Kreideklippen bei Étretat gewandert und sind im Mai nur wenig Publikum begegnet. Kioske der Promenade waren geschlossen. (Fotoserie Mai 2019) In Sommermonaten schaut es anders aus. Étretat ist im Sommer ein touristischer Hotspot. Glücklicherweise sind die französischen Zentralferien bereits beendet, sodass der Andrang nachgelassen hat. Trotzdem empfinden wir den Rummel als grenzwertig. Wanderungen über die Kreideklippen können wir leider nicht mehr unternehmen. Wir beschränken uns auf die Promenade und kühlen uns mit einem Bier.
 
Palais Bénédictine in Fécamp - Fotoserie
 
Palais Bénédictine im historisierenden Stilmix in Fécamp, Normandie Kellerführung im Palais Bénédictine in Fécamp, Normandie Palais Bénédictine in Fécamp, Normandie
 
Auf der Rückfahrt zum Hotel bei Rouen sieht das Programm in Fécamp einen für uns verzichtbaren Stopp mit Führung und Verkostung im Palais Bénédictine vor. Wir hätten lieber mehr von der Ortschaft Fécamp gesehen. Das als Palais bezeichnete Gebäude ist in einem historisierenden skurrilen Stilmix errichtet. Hinter der Fassade eines vermeintlichen Palais verbirgt sich eine Distillerie, die seit dem 19. Jahrhundert den Kräuterlikör Bénédictine in verschiedenen Varianten herstellt und so erfolgreich vertreibt, dass dieser protzige Palast errichtet werden konnte. Nach einer Führung durch die Destillerie wird eine Verkostung der verschiedenen Liköre angeboten. Als notorische Geisterfahrer verzichten wir und ein oder zwei weitere Teilnehmer der Gruppe auf die Verkostung. 
 
Das Abendessen im Restaurant des Hotels La Bertilière ist erneut ein Reinfall. Quiche Lorraine können wir als Vorspeise akzeptieren, obwohl die Quiche kein Vergnügen bereitet. Thunfisch hätte als Hauptgericht ein Volltreffer sein können. Das Tier ist zweimal gestorben. Nach dem Fang wird ein totgebratenes, trockenes Stück Fleisch mit einem aromaneutralen, säuerlichen Tomatensugo und Reis serviert. Wie ist solcher Dilettantismus möglich? In der Küche können nur Dilettanten tätig sein.
 
 
02.09.2026: Reise von Rouen via Honfleur und Caen, Normandie, nach Saint-Malo, Bretagne (4 Übernachtungen)
 
Pont de Normandie an der Seinemündung in den Ärmelkanal
Pont de Normandie über die Seine-Mündung
 
Die Etappe von Rouen nach Saint-Malo in der Bretagne führt über Honfleur im Département Calvados. Honfleur liegt am südlichen Ufer der Seine-Mündung in den Ärmelkanal. Die Verbindung zwischen Le Havre auf dem rechten Ufer im Norden und Honfleur auf dem linken Ufer im Süden stellt die 1995 eingeweihte Pont de Normandie her. Mit 856 m Spannweite handelt es sich um die größte Schrägseilbrücke in Europa. 
 
Honfleur - Fotoserie
 
Altes Hafenbecken in Honfleur, Normandie Altes Hafenbecken in Honfleur, Normandie Altes Hafenbecken und Reste der historischen Stadtbefestigung von Honfleur, Normandie Glockenturm Sainte-Catherine am Markplatz von Honfleur Holzkirche Sainte-Catherine in Honfleur Markstand an der Kirche Sainte-Catherine in Honfleur Calvados-Verkauf am Marktplatz Honfleur
 
Honfleur kennen wir aufgrund eines Besuchs mit zwei Übernachtungen im B&B Le Fond de la Cour im Mai 2019 (Fotoserie B&B 2019). Daher wissen wir, dass Honfleur ein sehenswerter touristischer Hotspot ist. Einkauf von Calvados ist in Honfleur für uns eine Selbstverständlichkeit. Ein Höhepunkt von Honfleur ist die hölzerne Katharinenkirche, die nach dem Hundertjährigen Krieg mit Methoden des historischen Schiffbaus in der Architektur von Schiffsrümpfen im Stil einer Markthalle errichtet wurde (Fotoserie 2019). Zu Beginn des Rundgangs führt Reiseleiter Dirk die Gruppe durch sehenswerte Gassen mit mittelalterlichen Häusern. Nachdem Dirk die Gruppe von der Leine gelassen hat, besuchen wir die Katharinenkirche.
 
Meeresfrüchte-Verkauf und Imbiss in Honfleur Austern und Sauvignon Blanc Austern und Sauvignon Blanc
 
Der Zwischenstopp in Honfleur endet an der Poissonnerie Les Goélands neben dem Busparkplatz. Die Poissonnerie vertreibt Meeresfrüchte und betreibt einen Imbiss mit Meeresfrüchten. Hier bietet sich endlich die Gelegenheit zum Genuss frischer bretonischer Austern, ohne die jeder Besuch der Bretagne unvollständig bliebe. Meine beiden Frauen ziehen nicht mit, aber Helma lässt sich das Sponsoring des Austerngerichts nicht nehmen. Darauf stoßen wir natürlich an.
 
Mémorial de Caen - Fotoserie

Auf dieser Etappe sah das Reiseprogramm ursprünglich die Besichtigung des Teppichs von Bayeux vor. Der Bildteppich stellt mit einer 68 m langen und 52 cm hohen Stickarbeit des 11. Jahrhunderts in 58 Szenen die Eroberung Englands in der Schlacht bei Hastings durch den Normannenherzog Wilhelm den Eroberer dar und gilt als eines der bedeutendsten Bilddokumente des Mittelalters. Seit 1982 wurde der Teppich im dafür errichteten Centre Guillaume le Conquérant in Bayeux ausgestellt. Auf der Homepage des Museums kann der Teppich in voller Länge in hoher Auflösung betrachtet werden (Teppich online).
 
Der im Museum von Bayeux ausgestellte Teppich und eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Frankreichs wären für uns Höhepunkte dieser Reise, die jedoch wegen Sanierung des Museums ausfallen. Aktuell ist der Teppich von September 2026 bis Juli 2027 im Britischen Museum in London ausgestellt, wo er einen Hype ausgelöst hat. Sämtliche Tickets wurden in kürzester Zeit im Vorverkauf abgesetzt. Als Ersatz für diesen Programmpunkt ist der Besuch des Mémorial de Caen in das Reiseprogramm aufgenommen worden. 
 
Außenbereich des Museum Foyer des Museums Modell der alliierten Landungsplätze
 
Das Museum "dokumentiert die Operation Neptune mit der Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 (D-Day) in der Normandie und die folgenden Kämpfe zur Befreiung der Normandie von der deutschen Besatzung, und bettet dies in die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts vom Ersten Weltkrieg bis zum Mauerfall ein" (Wikipedia: Mémorial de Caen). Das Museum wurde über dem unterirdisch angelegten ehemaligen Befehlsbunker der Kommandantur der deutschen 716. Infanteriedivision errichtet. Der Bunker ist als Teil des Museums zugänglich. 
 
Versuche der Veranschaulichung dieses Teils der Weltkriegsgeschichte durch Bilder und Objekte können in einem Weltkriegsmuseum nur fragmentarisch gelingen. Treiber des Weltkriegsgeschehens sind abstrakte ideengeschichtliche Zusammenhänge, die kein Museum in ihrer Komplexität darzustellen vermag. Verständnis solcher Zusammenhänge können sich Interessierte nur durch Literatur erarbeiten. Uns beschäftigt dieser Teil der jüngeren Geschichte Europas seit der eigenen Jugendzeit intensiv. Daher ist das Museum für uns eine eher auf Unterhaltung ausgerichtete, verzichtbare Show ohne Erkenntniswert. Interessanter als die Besichtigung des Weltkriegsmuseums wären für uns das Château de Caen oder die Altstadt von Bayeux. Da jedoch Lesefreude und Lesekompetenz in jüngeren Generationen aufgrund digitaler Medien stark nachlassen, mag der Besuch des Museums für Schulklassen und jüngere Generationen sinnvoll sein, um Sensibilität für Teile der Weltkriegsgeschichte zu entwickeln.
 
Ankunft am Hotel Oceania, Saint-Malo - Fotoserien Fotoserie & Restaurant La Corniche 

Reisebus am Hotel Oceania Blick aus dem Hotelzimmer zum Hafen und zum Zentrum von Saint-Malo Küste am Hotel Oceania bei Flut
 
Mit Überquerung des kleinen Flusses Couesnon auf der Höhe des Le Mont-Saint-Michel erreichen wir die Bretagne. Am frühen Abend treffen wir am Hotel Oceania in Saint-Malo ein. Das zu Recht mit vier Sternen zertifizierte Hotel liegt ca. 400 m vor den Toren der Altstadt von Saint-Malo (Intra Muros) auf einer als Landbrücke ausgebauten ehemaligen Sandbank zwischen der Küste des Ärmelkanals und dem Hafen von Saint-Malo. Von unserem komfortablen Zimmer blicken wir auf den Hafen und zur Altstadt. Das Zimmer ist komfortabel, aber sparsam eingerichtet. Das Hotel betreibt kein Restaurant, sodass wir im Hotel nur das Frühstück einnehmen und abends noch eine Weile in der Bar abhängen, deren Terrasse auf der Küstenseite liegt. An zwei Abenden lockt mildes spätsommerliches Wetter zum Aufenthalt auf der Terrasse.
 
Restaurant La Corniche - Fotoserie  
 
Restaurant La Corniche, Saint-Malo Restaurant La Corniche, Saint-Malo Restaurant La Corniche, Saint-Malo
 
Das Abendessen nimmt die Gruppe im Restaurant La Corniche gleich neben dem Hotel ein. Der erste Abend gerät zu einem größeren Debakel, das bereits mit der Platzierung beginnt. Der Gruppe wird ein Nebenraum mit beengten Plätzen zugewiesen. Bestellungen und Servieren von Getränken ziehen sich ca. 30 Minuten hin. Vorgesehen ist ein Einheitsmenü ohne Auswahl zwischen Alternativen. Trotz Einheitsmenü und vereinbarter Essenszeit wird die Vorspeise erst nach fast einer Stunde aufgetragen. Als Vorspeise wird eine kaum genießbare passierte, gebundene Fischsuppe serviert. Die Entenkeule des Hauptgerichts ist absolut zäh und weder mit Tischbesteck noch aus der Hand zu bewältigen. Der Autor des Posts und die Ehefrau warten das Dessert nicht mehr ab und verlassen das Restaurant vorzeitig. An der Bar des Hotels verschaffen wir unserer Empörung Luft und sind uns einig, dass die Zumutungen dieses Restaurants für uns unerträglich sind und wir Alternativen suchen werden.
 
Am nächsten Tag erfahren wir, dass die anderen Teilnehmer der Gruppe ähnlich empört sind. Die Buchung des Restaurants kam über eine Agentur zustande. Busfahrer Jan hat sich noch am ersten Abend bei der Agentur beschwert. Die Agentur ist aktiv geworden. Das Restaurant hat sich schriftlich für das Debakel des ersten Abends entschuldigt und für die nächsten Abende bessere räumliche Bedingungen, besseres Essen und besseren Service versprochen sowie als Entschuldigungs-Geste für den nächsten Abend einen Aperitif angekündigt. Anders als mehrere Mitreisende haben wir unter diesen Bedingungen auf alternative Restaurants verzichtet und weiter mutig im La Corniche gegessen. An Folgeabenden waren die Bedingungen in der Tat erträglicher, aber in Schulnoten ausgedrückt nicht mehr als ausreichend (−). Nach dem Reinfall im ersten Hotel hat französische Küche auch hier versagt und ihr Ansehen als vorbildliche Genusskultur französischer Lebensart eingebüßt. Das ist sicherlich nicht durchgehend so, aber auf dieser Reise werden Gäste in den gebuchten Restaurants mit minderer Qualität abgespeist und bei den Getränkepreisen abgezockt.
 
 
03.09.2026: Besichtigungen Le Mont-Saint-Michel und Dinan 
 
 Le Mont-Saint-Michel - einmal reicht - Fotoserie
 
Le Mont-Saint-Michel bei Ebbe Le Mont-Saint-Michel bei Ebbe Küste am Le Mont-Saint-Michel bei Ebbe
 
Le Mont-Saint-Michel gilt als kulturelles Highlight in Frankreich. Auf Besuche haben wir auf vorhergehenden Frankreichreisen aufgrund von Overtourism verzichtet. Das Programm unserer Gruppenreise kann dieses Highlight nicht auslassen. Auf der einstündigen Anreise per Bus ab Saint-Malo stimmt uns Reiseleiter Dirk auf Bedingungen der Besichtigung ein: Besuchermassen, Warteschlangen am Bus-Shuttle, Gedränge in den Gassen. Gleich nach Zielen in Paris hat die Insel mit ca. 3 Millionen Besuchern pro Jahr in Frankreich die höchste Anzahl an Besuchern und auf 55.000 m² Fläche vermutlich die absolut höchste Besucherdichte. Glücklicherweise sind die Zentralferien bereits beendet. In der Ferienzeit beträgt die Wartezeit am Bus-Shuttle bis zu eine Stunde, u.U. bei 40 Grad (ohne Schatten) oder bei Unwettern (ohne Unterstände). 
 
Heute ist das Wetter angenehm und die Wartezeit beträgt lediglich 10 Minuten. Ausgestattet mit einigen Tipps besuchen wir die Insel nicht im Gruppenverband, sondern auf eigene Faust. Unser Aufenthalt beschränkt sich auf einen Rundgang auf der Festungsmauer und den Besuch einer Toilette. Auf der Festungsmauer besteht kein Gedränge. Das mag daran liegen, dass teilweise recht steile Treppen zu bewältigen sind und nur wenige Shops Besucher anlocken.
 
Nach ca. einer Stunde verlassen wir die innere Altstadt und sitzen noch eine Weile an der äußeren Stadtmauer mit Blick auf das Watt. Wenn jemand fragen würde, ob sich der Besuch lohnt, wäre unsere Antwort: Der Besuch ist interessant, aber kein Must-do und einmal reicht. Interessanter als der Besuch ist die in Wikipedia relativ ausführlich beschriebene Geschichte der Insel. Mit Fantasie wird die Geschichte vor Ort selbstverständlich greifbarer und lebendiger.
 
Altstadt von Dinan - Fotoserie

Rue de l'Horloge, Dinan Rue du Coignet, Dinan Blick von Stadtmauer Dinan auf das Tal der Rance

Nach dem Rummel auf Le Mont-Saint-Michel empfinden wir den Spaziergang durch den von Stadtmauern umgebenen mittelalterlichen Ortskern von Dinan als erholsam. Dinan liegt auf einer Anhöhe über dem Tal der Rance, die bei Saint-Malo in den Ärmelkanal mündet. Dinan gilt als eine der schönsten Städte der Bretagne (Dinan Cap Fréhel Tourisme) und lockt mit seinen Sehenswürdigkeiten jährlich mehrere hunderttausend Besucher an, die sich jedoch in der Stadt ohne Gedränge verteilen. Dinan ist mit einer nicht erhaltenen hölzernen Burg in Szene 19 des Teppichs von Bayeux dargestellt. In der Szene wird Dinan von Soldaten Wilhelms des Eroberers angegriffen.
 
 
04.09.2026: Besichtigung Saint-Malo, Ausflug zum Naturschutzgebiet Cap Fréhel
 
Rundgang in Saint-Malo -  Fotoserie
 
Hafen Saint-Malo, Bretagne Festungsmauer, Tour des Moulins und Château Saint-Malo, Bretagne Hôtel de Ville (Rathaus) von Saint-Malo im historischen Château de Saint-Malo am Place Chateaubriand Rundweg Remparts (Stadtmauer) von Saint-Malo, Bretagne Fort National bei Ebbe vor Saint-Malo Bastion Fort La Reine, Saint-Melo, Bretagne
 
Die Geschichte der Stadt ist bis zur gallo-römischen Zeit zurückverfolgbar. Im 16. Jahrhundert erblühte Saint-Malo und erreichte durch Fischfang, Handel und Kaperfahrten gegen englische und holländische Handelsschiffe großen Wohlstand. Da Saint-Malo englische Angriffe befürchten musste, wurden die Stadt und vorgelagerte Inseln zu Festungen ausgebaut, die erhalten oder weitgehend originalgetreu rekonstruiert sind. Bemerkenswert ist ein Gezeitenwechsel mit durchschnittlich 13–14 m Tidenhöhe. Bei besonderen Bedingungen schlagen Wellen bis über die Stadtmauern. Ein von Reiseleiter Dirk 2014 aufgenommenes Youtube-Video zeigt eine Springflut im Januar 2014.
 
Im Altstadtkern Intra Muros von Saint-Malo dominiert grauer Granit. Während des Zweiten Weltkriegs war Saint-Malo von der deutschen Wehrmacht besetzt. Alliierte Bombardierungen zerstörten nahezu die komplette Stadt, die nach dem Krieg weitgehend originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Der eher unattraktive graue Stadtkern ist in der Gegenwart ein touristisches Zentrum mit zahlreichen Hotels und Restaurants. Extra Muros wohnen wir im Hotel Oceania in einer schöneren Umgebung.
 
Den dreistündigen Rundgang unternehmen wir ab dem Hotel Oceania zu Fuß. Beim Château, das in der Gegenwart als Rathaus und Museum genutzt wird, steigen wir auf Treppen zur über ca. 2 km um die ganze Stadt führenden, begehbaren Festungsmauer auf und umrunden auf der Mauer die Stadt. Dank Expertise vermittelt Reiseleiter Dirk die Geschichte und Bedeutung der Stadt unterhaltsam mit zahlreichen Details und Anekdoten, die er gerne mit Schlüpfrigkeiten würzt.
 
Naturschutzgebiet Cap Fréhel an der Côte d'Émeraude - Fotoserie
 
Historischer und moderner Leuchtturm am Cap Fréhel der Côte d’Émeraude, Bretagne Sandstein, rosa Granit und ein  historischer Leuchttum aus dem 17. Jh. am Cap Fréhel Küstenheide, Sandstein und rosa Granit am Cap Fréhel der Côte d’Émeraude, Bretagne, Fort La Latte im Hintergrund
 
Nach einer Mittagspause unternehmen wir einen Gruppenausflug zum ca. 50 km von Saint-Malo entfernten touristischen Hotspot des Naturschutzgebiets Cap Fréhel. Côte d'Émeraude (Smaragdküste) ist eine touristische Bezeichnung, die auf eine jahreszeitliche Grünfärbung des Meeres verweist. Heute ist das Meer nicht grün und das trübe Wetter erlaubt keine Fernsicht. Bei klarem Wetter reicht der Blick vom 35 m hohen, 1950 errichteten Leuchtturm nach Saint-Malo und bei perfekter Fernsicht bis zur Kanalinsel Jersey. Klippen der Steilküste bestehen aus rotem Sandstein, schwarzem Schiefer und rosa Granit. Bewachsen sind Klippen mit Stechginster und Heidekraut, denen die Trockenheit des Sommers deutlich anzusehen ist.
 
In Eigenregie fügen wir uns in die Prozession der zahlreichen weiteren Besucher ein, die auf den ca. 70 m hohen Klippen der Steilküste einen Rundgang in Richtung des historischen Leuchtturms aus dem 17. Jahrhundert unternehmen. Im Frühjahr brüten am Kap zahlreiche Arten von Meeresvögeln, die jedoch inzwischen abgezogen sind. Die vereinbarte Zeit nutzen wir für den Rundgang nicht aus, weil leichter Regen einsetzt und wir auf kürzestem Weg zurück zum Bus gehen. Während der Rückfahrt regnet es stärker. In Saint-Malo ist das einzige Regenerlebnis dieser Reise bereits wieder beendet. Gegen Abend reißt die Wolkendecke auf und zaubert magisches Licht an den Abendhimmel von Saint-Malo.
 
Abendlicht in Saint-Malo
Kanalküste vor dem Hotel Oceania, Saint-Malo, im Abendlicht
 
 
05.09.2026: Ausflug (ohne Gruppe) von Saint-Malo zum Seebad Dinard bei Traumwetter - Fotoserie
 
Nach dem gestrigen Regen genießen wir heute perfektes Wetter. Da für heute kein Programm vorgesehen ist, organisieren wir uns über den Tag selbst. Reiseleiter Dirk hat seinen Job gestern beendet, aber einige Tipps für die Gestaltung des Tags hinterlassen. Er merkt an, dass sich ein Tagesausflug per Seefähre zu den Kanalinseln nicht lohnt. Attraktiv sei jedoch ein Ausflug per Personenfähre zum Seebad Dinard am gegenüberliegenden Ufer der Rance. Zusätzlich empfiehlt Dirk die nach seiner Ansicht bessere der Linien des Fährverkehrs. Dinard ist ein relativ mondäner Ort und wird oft als Nizza des Nordens, Perle der Smaragdküste und Brighton der Bretagne bezeichnet. Im 19. Jahrhundert war Dinard ein bevorzugter Badeort wohlhabender Engländer, die an der Küstenlinie zahlreiche Villen hinterlassen haben. Wir sind keine Fans mondäner Orte, aber unsere mitgeführte Reiseliteratur erwähnt eine der attraktivsten Markthallen der Bretagne in Dinard, an der samstags und an weiteren Wochentagen zusätzlich ein großer Markt im Außengelände stattfindet (Markt von Dinard). Wir haben keinen Einkaufsbedarf, aber Märkte ziehen uns an. Dinard erklären wir zum Ausflugsziel. Teilnehmer der Reisegruppe treffen wir auf dem Ausflug nicht.
 
Blick über die Rance nach Dinard Transfer per Personenfähre über die Mündung der Rance von Saint-Malo zum Seebad Dinard Plage de l'Écluse in Dinard
 
Zu dritt brechen wir nach dem Frühstück zum Anleger der Personenfähre auf und erstehen Tickets zum Preis von 8,50 € pro Person für die jeweils zehnminütige Hin- und Rückfahrt. Wir erwischen gerade noch die eigentlich um 10 Uhr ablegende Fähre, weil der Kapitän uns heraneilen sieht und freundlicherweise auf uns wartend eine kleine Verspätung in Kauf nimmt. Merci! Vom Fähranleger in Dinard orientieren wir uns anhand eines rudimentären Ortsplans unseres Reiseführers und gehen über die Promenade entlang des Plage de l'Écluse zum Ortszentrum. Am Place de la République zweigen etliche Straßen ab. Vorsichtshalber fragen wir nach dem Weg zum Markt und erhalten die Empfehlung, den Weg zu nehmen, auf dem die meisten Fußgänger unterwegs sind. Tatsächlich steuern wir geradewegs auf den Markt zu.
 
Wochenmarkt an der Markthalle Dinard Markthalle Dinard Markthalle Dinard Markthalle Dinard 6 Austern und 2 Gläschen Sauvignon für 16 € in der Markhalle Dinard Rückfahrt per Personenfähre über die Rance von Dinard nach Saint-Malo
 
Der Markt von Dinard ist ein Publikums-Magnet, was das sonnige Spätsommerwetter sicherlich verstärkt. Der Markt im Außengelände bietet Bekleidung, Accessoires, Kunsthandwerk und Nippes, daran sind wir nicht interessiert. Uns interessieren Lebensmittel. Diese werden in der täglich geöffneten Markthalle angeboten. Ein derart herausragendes Angebot an Obst, Gemüse, Meeresfrüchten und Feinkost haben wir in deutschsprachigen Ländern in dieser Fülle und Qualität auf noch keinem Markt angetroffen, auch nicht auf dem Münchener Viktualienmarkt, dem Freiburger Münstermarkt oder dem Wiener Naschmarkt. Wir vermuten, Austern nicht nur einkaufen zu können, sondern auch als Imbiss zu erhalten. In der Tat treffen wir schnell auf ein Angebot.
 
Die beiden Begleiterinnen stehen zu ihrer Hartleibigkeit und lehnen frische Austern ab. Das ist schade, denn sie ahnen nicht einmal, welcher Genuss ihnen entgeht. Ungern, aber alternativlos, verzehrt der Mann seine Austern alleine. Für ein Gläschen Weißwein sind jedoch auch die Begleiterinnen zu gewinnen. Da Helma noch einen Gürtel erstehen muss, erreicht sie den Austernimbiss erst kurz nach uns und geht leer aus. Wein wird am Stand nur in Verbindung mit einer Essensbestellung ausgeschenkt. Für sechs essfertig vorbereitete Austern mittlerer Größe aus Cancale und zwei Gläschen Sauvignon Blanc zahlen wir 16 €, was in Deutschland undenkbar wäre und uns wehmütig stimmt. Da eine Steigerung nicht mehr zu erwarten ist, begeben wir uns nach dem Marktbesuch auf den Rückweg. Am Fähranleger von Dinard wartet die Personenfähre erneut auf unseren leicht verspäteten Zustieg. Merci! Seit einer Woche mussten wir auf Mittagsschlaf verzichten. Heute haben wir bis zum Abendprogramm noch Zeit für eine Augenpflege.


06.09.2026: Rückreise bis Chartres, Département Eure-et-Loir, Besichtigungen & Übernachtung
 
Da auf der Rückreise von Saint-Malo nach Wirges im Westerwald fast 1000 km zurückzulegen sind, sieht das Programm zwei Etappen vor. Zwischenziel der Etappe ist Chartres in der Region der Beauce mit Besichtigungen und Übernachtung. 
 
Besichtungen in Chartres - Fotoserie
 
Kathedrale Notre-Dame de Chartres Rundfahrt durch die Altstadt von Chartres Altstadt Chartres an der Eure (Nebenfluss der Seine) Waschhäuser in der Altstadt Chartres an der Eure Gotische Kirche der ehemaligen Benediktinerabtei Saint-Pierre Kathedrale Notre-Dame de Chartres Chorumgang Kathedrale Notre-Dame de Chartres Astonomische Uhr amChorumgang Kathedrale Notre-Dame de Chartres Chor Kathedrale Notre-Dame de Chartres Querschiff Kathedrale Notre-Dame de Chartres
 
In Chartres unternehmen wir zunächst eine Rundfahrt mit dem Minizug durch die unter Denkmalschutz gestellte historische Altstadt. Anschließend besichtigen wir mit Führung die Cathédrale Notre-Dame de Chartres, die als Vorbild von Kathedralen der gotischen Klassik gilt. Chartres und die Kathedrale wurden nie zerstört, weshalb die Kathedrale den hochgotischen Stil der französischen Klassik wie keine andere Kathedrale dokumentiert."Chartres besitzt unter allen gotischen Kathedralen den größten Bestand an erhaltenen Originalfenstern. Die Fensterflächen überspannen 2600 m² und wurden überwiegend in der Zeit von 1215 bis 1240 geschaffen" (Wikipedia). Die Fenster werden von links nach rechts und von unten nach oben gelesen, sprich, von der Erde zum Himmel. Für die Kathedrale wurde eigens eine neue Glasfarbe entwickelt. Das besondere Chartres-Blau erzeugt Kobalt aus dem Erzgebirge. Unsere Führerin ist kaum zu bremsen und möchte möglichst alle Fenster beschreiben, was jedoch bei 176 Fenstern im Zeitlimit nicht möglich ist und ohnehin einen informativen Overflow erzeugt. Der Autor dieses Posts hat das bereits geahnt und sich im Unterschied zu den Begleiterinnen an der Führung nicht beteiligt. Auf die Frage, was sie über die Fenster berichten können, zucken die Begleiterinnen mit ihren Schultern und bestehen darauf, dass die Führung interessant war.
 
Hotel Mercure und Restaurant L'Amphitryon - Fotoserie 
 
Hotel Mercure, Chartres Reisegruppe im Restaurant L' Amphitryon Makrele und gratiniertes Kartoffelstroh Restaurant L' Amphitryon im Hotel Hôtel Le Bœuf Couronné
 
Das Hotel Mercure im Zentrum von Chartres ist mit vier Sternen klassifiziert. Wir würden maximal drei Sterne vergeben. Das Hotel betreibt kein eigenes Restaurant. Für das Abendessen ziehen wir zum nahegelegenen Restaurant L'Amphytron um. Mittlerweile nicht mehr überraschend, enttäuscht die Küche erneut. Immerhin agiert der Service akzeptabel.
 
 
07.09.2026: Fortsetzung der Rückreise von Chartres nach Wirges im Westerwald - Fotoserie
 
1. Pause der Rückreise 1. Pause der Rückreise Mittagspause mit Erbsen- und Tomatensuppe Letzte Pause in Luxemburg mit Überraschung von Busfahrer Jan
 
Die letzte Reiseetappe verläuft bei sommerlichem Wetter über neun Stunden Reisezeit entspannt. Wer mag, nutzt für den Mittagsimbiss Angebote der Bordküche, die verschiedene erwärmte Suppen und heiße Würstchen bereithält. Am letzten Stopp lädt Busfahrer Jan zum Sekt mit oder ohne Alkohol oder zu Orangensaft ein. In einer kleinen Ansprache zieht Jan ein  positives Reisefazit, ohne das Küchendebakel in Saint-Melo zu verschweigen. Die Gruppe quittiert Jans Ansprache mit Applaus. 

Um 18:00 Uhr treffen wir in Wirges, Westerwald, am Reisezentrum von König's Reisen ein. Die Gruppe geht ohne große Verabschiedungen unsentimental auseinander. Unser am Reisezentrum wartendes Auto bringt uns in einer Stunde Fahrzeit nach Hause, wo wir wieder feststellen: Oh, wie schön ist Panama! (Wikipedia).
 
Subjektives persönliches Reisefazit
  • Organisation und Format der Reise
    Reiseziele, Reiseorganisation, Etappenlayout und Führungen haben unsere Erwartungen übertroffen. Die Qualität des Reisebusses und des Busfahrers waren perfekt.
  • Reisezeit
    Die Reisezeit war optimal. Massenbetrieb der Hochsaison und französische Zentralferien waren beendet. Das Wetter war fast perfekt. Sommerhitze war nicht mehr zu befürchten.
  • Reiseziele
    Herausragend gefallen haben uns Étretat, Honfleur, Dinard, Rouen. Le Mont-Saint-Michel würden wir nicht noch einmal besuchen. Das Mémorial de Caen war keine adäquate Alternative für Bayeux. Den Besuch des Palais Bénédictine empfanden wir als überflüssig. Alle nicht erwähnten sonstigen Orte waren einen Besuch wert.  
  • Unterkünfte
    Die Qualität und die Ortslagen der Hotels werten wir unterschiedlich. Hotel und Lage waren in Saint-Malo gut und in Chartres befriedigend. Das Hotel bei Rouen lag schön, bot aber nur eine dürftige Qualität. 
  • Mahlzeiten
    Im Programm vorgesehene und im Reisepreis enthaltene Restaurants und Abendmahlzeiten waren enttäuschend und fielen in Anbetracht von Ansprüchen französischer Küche beschämend aus.
  • Reisegruppe
    Altersmäßig und hinsichtlich reisebezogener Interessen war die Zusammensetzung der Gruppe relativ homogen. Für den wirtschaftlichen Status und das Bildungsniveau der Teilnehmer gilt das vermutlich ebenfalls. Eine Reise in dieser Preislage müssen sich Personen leisten können, und die Teilnahme verweist auf einen Bildungshintergrund mit kulturellen Interessen. Das Gruppenklima prägte unaufdringliches individuelles Desinteresse an der Herstellung sozialer Gemeinsamkeit. Eine sich eher zufällig ergebende temporäre Reisegruppe ist kein Freundeskreis oder Team, sondern eine Gruppe eines Kundenklientels mit ähnlichem Interesse und vermutlich auch ähnlichem sozialen Hintergrund. Eine solche Reisegruppe benötigt keinen Teamspirit, sondern kompatibles Sozialverhalten und Bereitschaft zur individuellen Anpassung. Während der Reise haben wir weder Verbrüderungen noch Streit beobachtet. Niemand ist aus seiner Rolle gefallen. 
  • Fortsetzungen?
    Trotz attraktiver Ziele und trotz insgesamt positiver Erfahrungen werden wir aus Gründen persönlicher orthopädischer Handicaps nur noch Reisen unternehmen, bei denen wir den Rhythmus je nach Befindlichkeit selbst bestimmen können. Gruppenreisen dieser Art kommen damit bedauerlicherweise für uns zukünftig nicht mehr infrage.

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