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| Kinder mit Laternen vor Haus, um 1901 |
Anlässlich des 150. Geburtstags von Paula Modersohn-Becker haben wir über Bremen Tourismus ein Programm mit zwei Übernachtungen gebucht (Die Pauschale zum 150. Geburtstag). Da wir Bremen bisher nicht kennen und erkunden möchten, ergänzen wir eine zusätzliche Übernachtung.
Gemäß Goethes Aussage "Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht", reisen wir nicht unvorbereitet nach Bremen. Eine Vorschau dieses Posts beschreibt unsere Motivation zu dieser Bremen-Reise im Zeitraum 6.08.-9.08.2026. Während und nach der Reise erfährt der Post Ergänzungen.
Anmerkungen zu Paula Modersohn-Becker
Obwohl Paula Modersohn-Becker nur 31 Jahre alt wurde, hat sie 750 Gemälde und 1000 Zeichnungen geschaffen. Verkauft hat sie in ihrem Leben nur 5 Gemälde, davon eines an Rainer Maria Rilke, zu dem sie Kontakte hatte und der früh ihre Begabung erkannte. Nach ihrem Tod erwarb Rilke weitere 28 ihrer Gemälde. Bei mehreren Reisen nach Paris hat sich Paula Modersohn-Becker intensiv
mit der damaligen französischen Avantgarde befasst. Angeregt durch die französische Avantgarde mischte die Malerin Elemente verschiedene Stilrichtungen und entwickelte eine eigene Bildsprache, die in der Kunstgeschichte weitgehend isoliert blieb. Verwandtschaften zu Paul Cézanne, Paul Gauguin und Vincent van Gogh sind jedoch zu erkennen. Stilistisch werden Modersohn-Beckers Werke dem Expressionismus zugeordnet. Landschaftsbilder von Paula Modersohn-Becker und von Gabriele Münter zeigen stilistische Ähnlichkeiten. Die beiden Malerinnen sind sich nie begegnet und kannten sich wahrscheinlich nicht.
Ähnlich wie im Fall Gabriele Münters wurde Paula Modersohn-Beckers kunsthistorische Bedeutung lange öffentlich nicht wahrgenommen. Trotzdem wurden ihre Arbeiten während des Nationalsozialismus aus rassentheoretischen Gründen als „entartete Kunst“ diffamiert und durften nicht ausgestellt werden. Wichtig waren nur männliche Maler. Ideologisch konform waren nur naturalistische Darstellungen. Das
hat sich glücklicherweise prinzipiell geändert, aber nicht generell durchgesetzt. Im Gegenteil verbreitet sich aktuell per Social Media eine als Manosphere bezeichnete politisch rechtsextreme Ideologie männlicher Überlegenheit in Verbindung mit Frauenfeindlichkeit und Frauenhass (Deuschlandfunk: Frauenhass als Social-Media-Trend). Soziologische Erklärungen von Zusammenhängen würden Kontexte dieses Posts sprengen.
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| Selbstbildnis nach halblinks, 1897 |
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| Selbstbildnis mit zwei Blumen, 1907 |
Systematische Aufarbeitungen des Werks setzten erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein. U.a. zeigten die documenta von 1955 und von 1964 mehrere Werke. In der Gegenwart gilt Paula Modersohn-Becker als Pionierin des Expressionismus und der klassischen Moderne und wird mitunter als Deutschlands Picasso bezeichnet. Ihre Gemälde erzielen im Kunsthandel Preise ab 100.000 € aufwärts. Hauptwerke werden um 500.000 € gehandelt. Den Höchstpreis erzielte bisher das Selbstbildnis nach halblinks aus dem Jahr 1897 mit 1,27 Millionen Euro. 2016 wurden Arbeiten in einer großen Sonderausstellung in Paris gezeigt. Das New Yorker Museum of Modern (MoMa) hat das Selbstbildnis mit zwei Blumen aus dem Jahr 1907 als Schenkung in seine Sammlung aufgenommen (Weser Kurier: Paula in Amerika). 2024 fand in New York eine große Retrospektive mit dem Titel "Ich bin Ich / I Am Me" statt. Die New York Times, eine der global bedeutendsten Tageszeitungen, würdigte die Malerin in mehreren Artikeln und bezeichnete sie anlässlich der Retrospektive als wegweisende Künstlerin.
Verweise zu aktuellen Ausstellungen in Bremen und Worpswede
In Bremen brachte die Paula-Modersohn-Becker-Stiftung etliche Meisterwerke in das ausschließlich der Malerin gewidmete Paula Modersohn-Becker Museum ein. Aktuelle und geplante Ausstellungen:
- Becoming Paula (8.02.2026 - 13.09.2026)
- Die blauen Reiterinnen (13.03.2027 - 29.08.2027)
Weiterführende Links:
- Ein Beitrag des NDR beleuchtet die Bedeutung der Malerin Paula Modersohn-Becker: Kurze Schaffenszeit, große Wirkung
- Ein Artikel im Kulturmagazin rheinische ART betrachtet die Sonderausstellung 2016 in Paris: In der Ferne leuchtet Paris
- Museen des Künstlerdorfs Worpswede stellen in aktuellen Ausstellungen Bezüge zum Jubiläumsjahr her.
- Teufelsmoor
- Moorexpress



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