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Nebelhorn am Ardnamurchan Lighthouse mit den Hebrideninseln Eigg, Rum und Skye im Hintergrund |
Wer in die westlichen Highlands Schottlands reist, muss mit Regen rechnen und dementsprechend ausgerüstet und eingestellt sein. Als erfahrene Schottlandreisende sind wir mit den Bedingungen vertraut und mit Regenkleidung ausgestattet. Lediglich Gummistiefel fehlen uns noch. In Schottland regnet es häufig, oft auch mehrmals täglich und mitunter sehr heftig, aber zwischen den Regenschauern zeigt sich oft auch bald die Sonne und versetzt die Landschaft in ein nicht beschreibbares magisches Licht. Das kann man nur erleben.
Heute ist es jedoch anders. Dauerregen mit tiefen Wolken ist angekündigt. 'Tief' bedeutet in Schottland keine Wolkenhöhe von mehreren hundert Metern, sondern lässt Wolken erwarten, die bis auf den Boden reichen und die Landschaft mehr oder weniger verhüllen. Wanderungen sind unter solchen Bedingungen kein besonderes Vergnügen. Als Alternative unternehmen wir einen Ausflug zum westlichsten Punkt des schottischen Festlandes, in dessen Nähe sich das
'Ardnamurchan Lighthouse' (engl.) befindet, das besichtigt werden kann und bei dem es ein Museum sowie ein Café gibt.
Link: Diashow der Fotoserie
Um es vorweg zu nehmen: Die Sonne zeigt sich zwar nicht, aber das Wetter ist heute deutlich besser als die Prognose. Bei dieser Wetterlage hätten wir auch eine Wanderung unternehmen können. Bereuen müssen wir unseren Ausflug keineswegs, im Gegenteil betrachten wir ihn als eine Bereicherung unserer Erfahrungen auf
'Ardnamurchan'.
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Motiv am Naturzentrum Salen, Loch Sunart |
Etwa 5 km hinter der Ortschaft 'Acharacle' treffen wir am
'Loch Sunart' auf das sich ungewöhnlich gefällig präsentierende Dorf
'Salen' (engl.), bei dem sich ein Naturzentrum befindet. Hier legen wir einen Stop ein.
Auf einer Straße 4. Ordnung geht es kurvenreich weiter nach Westen. Die
Straße ist nur als 'Single Track Road' ausgebaut, aber trotzdem relativ
stark befahren, weil sie nach
'Kilchoan' (engl.) führt, die westlichste Ortschaft Großbritanniens, ab der eine
Fährverbindung nach 'Tobermory' auf der Insel Mull besteht.
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Blick auf Buchten vulkanischen Ursprungs |
Am westlichen
'Loch Sunart', der sich zum Atlantik hin öffnet, befindet sich bei Glenbeg an der Westflanke des
'Ben Hiant' (engl.) ein Komplex ca. 60 Millionen Jahre alter vulkanischer Strukturen. Die Buchten, auf die wir schauen, sind Reste ehemaliger Vulkankrater (Calderen), vergleichbar den Maaren in der Eifel.
Vor uns liegt der
'Ben Hiant' (engl.), ein alter Vulkan, der mit 528 m Höhe der höchste Berg der Halbinsel ist. Unsere Straße führt weiträumig um den
'Ben Hiant' (engl.) herum über das Innere von
'Ardnamurchan' und kehrt bei
'Kilchoan' (engl.) zur Küste zurück.
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Fähre von Kilchoan nach Tobermory, Insel Mull |
In
'Kilchoan' (engl.) legen wir den nächsten Stop ein. Im Hafen liegt gerade die zur Insel Mull verkehrende Fähre, von desen Bertrieb der schlichte Ort lebt. Ein Besuch der
Insel Mull ist als Tagesausflug zum Preis von ca. 100 € für uns keine
relevante Option.
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Store in Kilchoan |
Den Gemischtwarenladen in
'Kilchoan' (engl.) schauen wir uns etwas genauer an. Hier gibt es buchstäblich alles, angefangen von Lebensmitteln, über Kleidung, Anglerbedarf und Bootsausrüstungen bis Landkarten, Seekarten, Souvenirs und vermutlich noch viel mehr, was wir nur nicht entdecken.
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Ardnamurchan Lighthouse |
Das
'Ardnamurchan Lighthouse' (engl.) liegt nicht nur im äußersten Westen Schottlands, hier stellt sich auch der Eindruck ein, das Ende der Welt erreicht zu haben. Der vulkanische Ursprung des Gesteins ist deutlich zu erkennen.
Wie für fast alle meisten Leuchttürme an der schottischen Küste, war mit
Alan Stevenson ebenfalls ein Architekt aus der Familie der Stevensons für den Bau dieses Leuchtturms verantwortlich, der 1849 mit Granit von der Insel Mull im ägyptischen Stil errichtet wurde.
Eine Neffe
Alan Stevenson ist der berühmte schottische Schriftsteller
Robert Louis Stevenson.
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Café am Ardnamurchan Lighthouse |
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Unser erster Weg führt in das erstaunlich nette Café, in dem auch die Tickets für die Besichtigung verkauft werden. Andrang gibt es heute nicht. Wir sind aktuell die einzigen Interessenten einer Besichtigung. Das Mädel an der Kasse nimmt gleich Kontakt mit dem 'Lighthouse Keeper' auf und vereinbart die Besichtigung zur nächsten vollen Stunde.
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Historischer Maschinenraum im Ardnamurchan Lighthouse |
Nach dem Café überbrücken wir die Zeit bis zur Besichtigung mit einem Besuch des bemerkenswert gut ausgestatteten und ansprechend präsentierenden Museums. Aufsichtspersonen gibt es nicht und die Tickets kontrolliert auch niemand. Am Rande der Welt läuft es etwas anders als üblich.
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Aufgang zum Lighthouse |
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Lighthouse Keeper |
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Aufgang zum Lighthouse |
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Inseln Eigg, Rum und Skye vom Lighthouse |
Am unverschlossenen Eingang zum Leuchtturm warten wir vergeblich auf den 'Lighthouse Keeper'. Er ist nämlich bereits aufgestiegen und erwartet uns auf der oberen Plattform, in der sich auch die Lampe befindet. Unser 'Lighthouse Keeper' bemüht sich deutlich um ein verständliches Englisch und spricht betont langsam. Schätzungsweise 50 % seiner Ausführungen bekommt jeder von uns mit. Den Rest klären wir später im Austausch untereinander.
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Blick auf, Westküste, Museum, Café und Insel Mull |
Nachdem der 'Lighthouse Keeper' geduldig Technik und Geschichte des Leuchtturms erklärt hat und auch auf unsere Fragen bezüglich der Umgebung eingegangen ist, dürfen wir nach draußen treten auf den außen umlaufenden Balkon. Ein kräftiger, kalter Nordwind empfängt uns. Wind von Norden ist am kältesten, erfahren wir vom 'Lighthouse Keeper'. Lange halten wir nicht draußen durch, aber einige Fotos müssen schon sein.
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